Mundartrocker Polo Hofer füllte die Dielsdorfer Reithalle nur zur Hälfte

Polo Hofer bestritt am Samstagabend in der Reithalle Dielsdorf womöglich einen seiner letzten grösseren Auftritte überhaupt. Trotz wenig Publikum war die Stimmung gut.


Die Posen als Rockstar hat Polo Hofer auch an einem seiner möglicherweise letzten grösseren Auftritte noch nicht verlernt. (Bild: René Kälin/TA)

Die Posen als Rockstar hat Polo Hofer auch an einem seiner möglicherweise letzten grösseren Auftritte noch nicht verlernt. (Bild: René Kälin/TA)

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Mehr als 700 Personen hätten eigentlich in die mit Holzböden ausstaffierte Reithalle in Dielsdorf gepasst. Nur rund die Hälfte ist aber am Samstagabend gekommen, um Polo Hofer nochmals bei einem Liveauftritt mitzuerleben. «Er wolle in nächster Zeit etwas kürzertreten», hatte er Anfang Woche zu Protokoll gegeben.

Die Dielsdorfer seien halt etwas schwierig zu begeistern, meinte Pia Tobler, Präsidentin der Kulturkommission, zum schlechten Kartenvorverkauf. Die Kulturkommission war Veranstalterin des Konzertabends in der Reithalle. Sie hatte das für Dielsdorf aussergewöhnliche Konzert organisieren können, weil sie in diesem Jahr den mit 10 000 Franken dotierten Kulturpreis der Gemeinde erhalten hatte.

Vorbilder Joe Cocker und Ray Charles

Wer an diesem Samstagabend trotzdem den Weg in die Reithalle fand, durfte einen gut gelaunten und stets souveränen Polo Hofer miterleben. Die Rockstargesten sassen genauso perfekt wie der stetige Dialog mit dem Publikum. «In Dielsdorf war ich noch nie, und ich bin auch noch nie bei so vielen Leuten gewesen», meinte Hofer und zeigte sich damit als ironischer Kommentator des etwas dürftigen Aufmarsches in der Reithalle. Die Zuschauer dankten es ihm mit lautem Lachen und machten Stimmung, als ob die Halle zumindest gut gefüllt wäre.

Polos Stimme klang zwischenzeitlich brüchig, was wohl auf seine Krankheit an den Stimmbändern zurückzuführen ist. Womit er sich aber auch stimmlich immer mehr seinen Vorbildern Joe Cocker und Ray Charles angeglichen hat. Als Höhepunkt des Abends intonierte Polo den Schweizer Überhit «Alperose» und brachte damit - wie nicht anders zu erwarten - die ganze Halle zum Mitjohlen. Der Vater des Mundartrock genoss das sichtlich und liess sich als Schöpfer des bereits zum traditionellen Schweizer Liedgut gehörenden Hits feiern. Nach einem Block mit Zugaben verschwand er zum nächsten Auftritt an diesem Abend nach Rapperswil - ganz wie ein richtiger Rockstar eben.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.11.2008, 09:06 Uhr

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