Neue Handy-Antenne auf dem Empa-Dach?

In Dübendorf verhindert ein Moratorium den Bau von Handy-Antennen. Ein neues Gesuch veranlasst den Stadtrat nun, seine restriktive Haltung zu überdenken.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Swisscom und Sunrise wollen an der Ueberlandstrasse auf dem Gelände der Eidgenössischen Material­prüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) eine neue Antennenanlage bauen. Dazu gehören laut Ausschreibung ein Richt­funkspiegel und neue Technikschränke. Dies ist das erste Baugesuch in der Ge­meinde, seit im Jahr 2006 der Stadtrat be­schloss, alle Baugesuche für neue Mobil­funkantennen abzulehnen.

Er wollte ab­warten, bis wissenschaftliche Erkennt­nisse zu den gesundheitlichen Risiken durch die elektromagnetische Strahlung vorliegen. Der Stadtrat argumentierte da­mals: «Wäre die Strahlung von Mobilfunk­antennen eindeutig harmlos, hätte der Bundesrat keine Studie darüber in Auftrag gegeben.» Die Dübendorfer stiessen bei der kantonalen Baurekurskommission auf taube Ohren. Sie nannte die Entscheidung des Stadtrats «willkürlich» und erklärte das Moratorium für unzulässig.

Antenne wird Forscher nicht stören

Just in Dübendorf stellt nun eine Anstalt des Bundes ihr Dach für eine Mobilfunkan­tenne zur Verfügung. Dass diese Haltung provokativ sei, lässt Paul-André Dupuis, Verantwortlicher für Logistik und Infra­struktur der Empa, nicht gelten. «Wir kön­nen uns nicht gegen eine Technologie wehren, die wir täglich gebrauchen.» Und wolle man Geräte wie Handys und Lap­tops benutzen, müsse man auch die Infra­struktur dafür zur Verfügung stellen.

«Zu­dem verbietet der Bund niemandem, eine Antenne auf sein Dach zu stellen – auch seinen Organisationen nicht.» Gleichwohl habe das Anliegen der bei­den Mobilfunkanbieter in der Direktion – wie auch in der Gesellschaft – Freunde und Gegner gefunden. Das Empa-Areal biete sich an, da laut Dupuis keine Woh­nungen in unmittelbarer Nähe liegen. Und für die Überbauung im Giessen-­Areal werde das neue Amag-Gebäude als Riegel fungieren, fährt Dupuis fort.

Bei allen Baugesuchen gleich argumetieren

«Wir haben die Emissionen auf unse­rem Areal simuliert, um sicher zu sein, dass die Grenzwerte auch eingehalten sind.» Gleichzeitig hätten Experten die Bedenken der Forscher aus dem Weg ge­räumt: «Die Strahlung der Antennenan­lage wird die Messungen unserer Mitar­beiter nicht beeinflussen.» Dübendorfs Stadtpräsident Lothar Ziör­jen (DP) will die Gelegenheit nutzen und die politische Stossrichtung im Rat bestim­men. «Das Baubegehren werden wir zu­erst baurechtlich prüfen.» Dann werde im Stadtrat die grundsätzliche Haltung disku­tiert.

«Es ist wichtig, dass wir bei allen Baugesuchen gleich argumentieren», sagt Ziörjen. Dafür werde der Stadtrat auch über die Gemeindegrenzen hinausblicken und die Entwicklungen in anderen Kom­munen unter die Lupe nehmen. In den ver­gangenen Jahren sei diesbezüglich viel ge­schehen. So hat die Gemeinde Hinwil dem Kanton eine Planungszone beantragt, die einen temporären Baustopp für Antennen bewirken würde. «Welchen Weg Düben­dorf geht, wird sich weisen.» Das Vorge­hen der Hinwiler würde in einem be­stimmten Zeitrahmen den Bau von Anten­nen verhindern, nicht aber die rechtlichen Grundlagen ändern. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.08.2008, 18:26 Uhr

Blogs

Von Kopf bis Fuss Die Schönheit liegt in den Augen

Blog Mag Liebe und Hass

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Die Welt in Bildern

#covfefe? Angela Merkel bedient das fedidwgugl-Haus in Berlin - und wir schütteln den Kopf ab dem sonderbaren Wahlslogan #fedidwgugl: Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben (18. August 2017).
(Bild: Michael Kappeler) Mehr...