Arbeit

Neuer ILO-Chef Ryder fordert Richtungswechsel in der Schuldenkrise

Zu seinem Amtsantritt hat der neue Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), Guy Ryder, einen politischen Richtungswechsel verlangt.

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Nur ein Ende der strikten Sparprogramme vieler Länder könne die Weltwirtschaft wieder in Gang bringen.

Der Brite hat am 1. Oktober den Posten an der Spitze der ILO vom Chilenen Juan Somavía übernommen. «Die internationale Gemeinschaft steht an einem Wendepunkt», sagte er am Donnerstag vor den Medien in Genf. «Nun ist der Moment, die Politik der Einsparungen zu überdenken.»

Ryder warnte vor den verheerenden sozialen Folgen der Sparübungen in Europa. Betreffend der Arbeitslosigkeit würde sich momentan das schlimmste von der ILO befürchtete Szenario verwirklichen.

Er befürchtet, dass in Europa die selben Fehler gemacht werden, wie sie andere Weltregionen in den Neunziger- und Achtzigerjahren begangen hatten. «Die Sparprogrammen haben nicht den erhofften Effekt», sagte Ryder. Die Schulden könnten nur durch Wirtschaftswachstum und neue Arbeitsplätze abgebaut werden.

Konkret fordert der ehemalige Gewerkschafter vier Massnahmen: Investitionen in die öffentliche Infrastruktur, vereinfachte Kreditvergabe für kleine und mittlere Unternehmungen, ein Ausbau der Sozialwerke und die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit.

Seitens der internationalen Organisationen sieht Ryder gemeinsame Vorstellungen, wie die Wirtschaftspolitik geändert werden soll. Er zeigt sich auch gewillt, dass die ILO in diesem Prozess eine aktivere Rolle spielt, anstatt nur «Kommentator» zu sein.

Erstellt: 11.10.2012, 12:52 Uhr

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