Nicht alle dürfen im Bauernkalender ihren nackten Bauch zeigen

Stefanie aus Pfäffikon sollte im neuen Bauernkalender posieren. Doch die Bilder erschienen nicht. Sie waren zu romantisch – und der Bauch der Schwangeren gefiel nicht allen.

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Eigentlich hätte Stefanie* eines der sogenannten Kalendergirls im neuen Bauernkalender sein sollen, der in diesen Tagen in einer Auflage von 12’000 Exemplaren erscheint. Beim Casting auf dem Jucker-Hof in Seegräben im Mai hatte sich die 24-jährige Pfäffikerin gegen zahlreiche Konkurrentinnen durchgesetzt; sie war damals im achten Monat schwanger. Daraus resultierte ein professionelles Fotoshooting mit dem bekannten Modefotografen Claude Stahel. Doch von diesen Bildern ist keines im neuen Bauernkalender zu finden.

«Unangenehme Situation»

Herausgeber Mike Helmy bestätigt: «Wir haben uns entschieden, das Foto von Stefanie nicht zu veröffentlichen.» Zum einen sei das Bild nicht richtig gut gelungen. Es sei vom Sujet her eher romantisch und passe nicht zu den übrigen, die «fashion-mässig» daherkämen. Laut Helmy bestand zwar die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt eine zweite Bilderserie zu verwirklichen. Doch dann hätten die Mitarbeiter der Produktionsfirma eine Umfrage unter Freunden und Kollegen gemacht, mit dem Ergebnis, dass einem Grossteil der Befragten zwar das Bild grundsätzlich gefiel, nicht aber der Bauch von Stefanie. «Die Leute sagten, der Bauch einer Schwangeren passe nicht in einen Bauernkalender. Diese Meinung haben wir ernst genommen, schliesslich ist der Kalender für die breite Öffentlichkeit gedacht.» Der Fall sei an sich nicht ungewöhnlich, auch letztes Jahr habe man sich nachträglich gegen die Publikation eines Bildes entschieden. Für ihn sei es aber dennoch eine unangenehme Situation, erklärt Helmy. Schliesslich sei er es gewesen, der Stefanie überredet habe, trotz ihrer Schwangerschaft am Casting teilzunehmen. «Nun ist sie natürlich sehr enttäuscht.»

Stefanie will die Entscheidung der Produktionsfirma nicht kommentieren. Sie habe einen gesunden Sohn zur Welt gebracht, sagt die angehende Bäuerin. «Und das ist die Hauptsache.»

* Stefanie möchte ihren Nachnamen nicht publizieren. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.09.2008, 08:35 Uhr

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