Adilette

Planet Plastik

Adidas bietet, was man von deutscher Qualität gemeinhin erwartet. Und das für gerade mal 30 Franken.

Nur das Nötigste: Adiletten bestehen nur aus Sohle und Band. Foto: Dominique Meienberg

Nur das Nötigste: Adiletten bestehen nur aus Sohle und Band. Foto: Dominique Meienberg

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Was ist gutes Design? Unzweifelhaft stehen dabei Formschönheit und Funktionalität im Vordergrund. Und deshalb gehören meine Adiletten definitiv zur Krönung der menschlichen Alltagsobjektgestaltung. Lassen Sie mich kurz erklären, weshalb: Wer nach seinem Pensum Laufsport und anschliessender Dusche mit müden Füssen in diese Schlarpen steigt, fühlt sich durch die ergonomisch geformte Sohle angenehm gestützt und getragen. Fuss und Schuhe werden eins, man schwebt sozusagen, im Fachjargon wird solches auch aktive Erholung genannt.

Da die Untersätze bekanntlich nur durch ein breites Band am Fuss gehalten werden (die Adilette besteht nur aus den beschriebenen zwei Teilen, nichts daran ist zu viel!), hat man ordentlich frische Luft rund um diese als Problemzone bekannte Körperpartie, die ja nicht zuletzt zur Schweissabsonderung neigt. Nicht so, wenn diese Plastiksandalen mit den drei weissen Streifen getragen werden. Zudem: Werden sie mal nass – wiederum kein Problem, der Werkstoff erträgt es. Hier liegt übrigens auch der Hauptunterschied zu den momentan auf allen Kanälen gelobten Birkenstöcken! Was jetzt nicht heisst, dass ich dieses Schuhmodell trage, wenn ich ausgehe oder zu Hause Gäste empfange.

Lange Lebensdauer

Nicht ausser Acht gelassen werden sollte die Lebensdauer, sie ist bei einem guten Designobjekt matchentscheidend. Mein Vergleich mit ähnlichen Produkten von No-Name-Herstellern hat gezeigt, dass Adiletten mindestens doppelt so lange halten. Sprich: Adidas bietet, was man von deutscher Qualität gemeinhin erwartet. Und das für gerade mal 30 Franken pro Paar, wobei mir schon klar ist, dass die Treter nicht wirklich im nördlichen Nachbarland produziert werden.

Kurzum, die Adilette ist im Sportbereich ein Klassiker, so wie Post-it-Notizzettel im Büro oder der Sparschäler in der Küche. Von Kritikern könnte mir höchstens meine momentane Farbwahl als Extravaganz ausgelegt werden: Ferrari-Rot. Nicht gerade klassisch, stimmt, aber diesbezüglich werde ich noch ein weiteres Mal mit Funktionalität argumentieren: Was glauben Sie, wer findet seit neustem vor der Saunakabine nach dem Schwitzen sein Schuhwerk zuerst? (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.08.2015, 17:30 Uhr

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Objektliebe

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