Ringbahn hängt von Siedlungsentwicklung ab

Die Zürcher Planungsgruppe Glattal forciert die Ringbahn Hardwald als Fortsetzung der Glattalbahn. Wann und ob das Projekt realisiert wird, steht in den Sternen.

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Bis zum Jahr 2010 soll der Bau der Glattalbahn vollendet sein. Dadurch sollen für den Verkehr zwischen der Stadt Zürich und der angrenzenden Agglomeration neue Kapazitäten geschaffen werden. Für die wachsende Region Glattal wartet aber bereits ein nächstes Projekt auf seine Realisierung: Die Glattalbahn soll vom Flughafen Kloten aus verlängert werden, sodass dereinst auch Bassersdorf, Brüttisellen, Dietlikon und Dübendorf daran Anschluss haben. Für die sogenannte Ringbahn Hardwald macht sich die Zürcher Planungsgruppe Glattal (ZPG) stark, die am Mittwoch in Dübendorf ihre Delegiertenversammlung abhielt. Neben einigen Nachführungen im kantonalen Richtplan stand dabei die Präsentation einer Studie auf dem Programm, die vom kantonalen Amt für Verkehr sowie den betroffenen Gemeinden in Auftrag gegeben worden war. Die Studie prüft vor allem die konkrete Realisierbarkeit der Ringbahn in Bezug auf die Streckenführung. Ihr Fazit: Das Trassee ist grundsätzlich realisierbar.

Die Ringbahn Hardwald ist im Richtplan Verkehr des Kantons Zürich eingetragen. Dies allein garantiert jedoch noch lange nicht, dass der Bau dereinst auch in Angriff genommen wird.

Infrastruktur frühzeitig ausbauen

Die Arbeit wird der ZPG also auch in Zukunft nicht ausgehen. Zumal das Amt für Verkehr keinen Grund zur Eile sieht und feststellt, dass das Nachfragepotenzial für die geplante Bahn heute noch nicht gegeben sei. Dieses Argument lässt Bernhard Krismer, Gemeinderat in Wallisellen und Vizepräsident der ZPG, allerdings nicht gelten: «Die Grundfrage ist immer, ob zunächst das Siedlungsgebiet wachsen oder bereits vorher die Infrastruktur ausgebaut werden soll.» Leider warte man in der Schweiz mit Infrastrukturanpassungen oft so lange, bis die Grösse des Siedlungsgebiets zu Problemen führt. Dass die Region wachsen wird, daran besteht für ihn kein Zweifel.

Wie sich das Projekt in Zukunft entwickelt, wird aber nicht nur von der Siedlungsentwicklung abhängen, sondern auch davon, was mit dem Militärflugplatz Dübendorf geschieht, der sich im Besitz des Bundes befindet und noch maximal bis 2014 durch die Armee genutzt wird. Je nachdem, welche Lösung für das Areal gewählt wird, könnte eine Entlastung des Strassenverkehrs auch für den Kanton wieder dringender werden. Krismer weist auch auf die wirtschaftliche Bedeutung der Ringbahn hin. Entlang der sich im Bau befindlichen Glattalbahn seien seit 2001 private Investitionen in der Höhe von sieben Milliarden Franken getätigt worden. Eine ähnliche Entwicklung erhofft er sich auch für das Einzugsgebiet der Ringbahn.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.09.2008, 22:11 Uhr

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