Rudern: Olympia-Qualifikationsregatta in Poznan - Vorschau

Wer begleitet André Vonarburg? Fünf Karten, aber nur ein Trumpf von Philipp Bärtsch Die Schweizer Ruderer wollen an der letzten Olympia- Qualifikationsregatta in Poznan (Pol) weitere Startplätze für Peking 2008 ergattern.

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Wer wird André Vonarburg nach China begleiten?

Skiffier Vonarburg sicherte den Quotenplatz anlässlich der WM 2007 in München bei erster Gelegenheit. Den von Swiss Olympic als Bestätigung verlangten Top-Ten-Rang erreichte der Sempacher sowohl zum Weltcup-Auftakt in München als auch auf dem Luzerner Rotsee. Vonarburg wurde jeweils Sechster. Er reist ebenfalls nach Polen, allerdings erst für den Weltcup-Final, der im Anschluss an die Qualifikationsregatta von Freitag bis Sonntag im Programm steht.

Von den weiteren Aspiranten erhofft sich der Schweizerische Ruderverband zwei zusätzliche Quotenplätze. Angesichts der bisher gezeigten Leistungen ist das eine hohe Vorgabe. Gute Aussichten hat nämlich nur der Zweier ohne mit Florian Stofer und Stefan Sax. Das im Hinblick auf diese Saison aus dem Bestand des Achter-Projekts gebildete Duo stellte sein Potenzial mit Rang 2 an der Weltcup- Regatta in München eindrücklich unter Beweis.

Im Kampf um die zwei noch zu vergebenden Olympia-Tickets ist das kanadische Boot favorisiert. Die Nordamerikaner glänzten als Sieger der Rotsee-Regatta, die Stofer/Sax ausliessen. Der Verzicht auf den Heim-Weltcup war schon bei der Saisonplanung beschlossen worden. Der Zweier ohne hätte wohl auch aus medizinischen Gründen nicht antreten können. Florian Stofer trainierte unmittelbar vor der «Ruderwelt» wegen einer angerissenen Rippe zehn Tage lang nur alternativ statt auf dem Wasser. «Im Hinterkopf ist die Verletzung noch präsent», sagte Stofer. «Wir mussten uns zuerst wieder fangen. Nach letzten Belastungstests habe ich aber die Gewissheit, dass alles hält.» Die Tschechen, Italiener und Chinesen hat der Sempacher neben den Kanadiern auf der Rechnung. In München wies der Schweizer Zweier diese drei Crews problemlos in die Schranken.

Für Stofer/Sax steht der Vorlauf schon am Sonntag im Programm, die anderen vier Schweizer Boote sind am Montag erstmals im Einsatz. Gespannt ist man vor allem auf das Abschneiden des Achters. Nach dem schwachen Auftritt in München braucht die Crew ein kleines sportliches Wunder, um sich den letzten freien Startplatz für «Beijing 2008» zu sichern. Captain Roman Ottiger ist (zweck-)optimistisch: «Wir werden massiv besser sein als in München. Die Frage ist, was das im Vergleich mit der Konkurrenz bedeutet.» Frankreich und Kroatien stuft Ottiger als stärkste Gegner ein, Russland ist die «unbekannte Grösse». Die Russen hatten an der WM einen Quotenplatz geholt, ihn wegen verbotener Infusionen im Rahmen der letztjährigen Rotsee-Regatta aber nachträglich an die Australier abtreten müssen.

Auch der Schweizer Achter hat turbulente Monate hinter sich. Das Projekt kam im Herbst 2007 nach einem gelungenen Start vom Olympia- Kurs ab. Realistisch betrachtet geht es in Poznan primär um einen würdigen Abschluss des Abenteuers. Der SRV hat nichts unversucht gelassen. Vor zwei Wochen wurde Andreas Leichtfuss seiner Aufgabe als Projekttrainer enthoben. Nationaltrainer Tim Foster übernahm die alleinige Verantwortung. «Foster hat wieder Ruhe und Kontinuität ins Boot gebracht. Vorher fühlte sich niemand mehr richtig wohl», sagte Ottiger.

Wie der Achter haben auch der Leichtgewichts-Vierer ohne der Männer, der leichte Doppelzweier Pamela Weisshaupt/Eliane Waser und der schwere Doppelzweier Regina Naunheim/Nora Fiechter höchstens Aussenseiterchancen. Der junge Vierer ohne mit Martin Hobi, Simon Niepmann, Mario Gyr und Silvan Zehnder scheint immerhin über das Potenzial und den Willen zu verfügen, bis London 2012 im Konzert der Grossen mitzuspielen.

Poznan (Pol). Letzte Olympia-Qualifikationsregatta (15. bis 18. Juni). Das Schweizer Aufgebot. Männer: Florian Stofer/Stefan Sax (Zweier ohne/2 freie Quotenplätze). Roland Altenburger, Stephan Koller, Stephan Steiner, Philipp Huwiler, Roman Ottiger, Remo Süess, Alain Marfurt, Nicolas Lehner, Abraham Tesfamikael (Achter/1). Martin Hobi, Simon Niepmann, Mario Gyr, Silvan Zehnder (Leichtgewicht, Vierer ohne/2). - Frauen: Regina Naunheim/Nora Fiechter (Doppelzweier/2). Pamela Weisshaupt/Eliane Waser (Leichtgewicht, Doppelzweier/2).

Erstellt: 13.06.2008, 09:27 Uhr

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