Sechsjähriger zeuselte: Scheune und Stall abgebrannt

Die Brandursache ist geklärt. Ein Junge hat am Mittwochabend sein eigenes Zuhause in Brand gesetzt - unbewusst und ungewollt.

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«Mein Sohn Angelo kam plötzlich zu mir heruntergerannt und erzählte mir vom Feuer in der Scheune», sagt die mitgenommene Mutter, Ines Schneider, die während des Unfalls völlig ahnungslos in ihrem Büro arbeitete. Daraufhin rannten sie gemeinsam aus der Bauernliegenschaft, um sich in Sicherheit zu bringen. Verletzt wurde niemand.

Der Junge hatte am Mittwoch eine Schachtel Zündhölzer gefunden und damit gespielt. «Eigentlich kann er nicht einmal ein Zündholz anzünden, doch irgendwie hat er es doch geschafft», sagt Schneider.

Die Feuerwehr Fehraltorf konnte mit Unterstützung der Stützpunktfeuerwehr Uster das Feuer in der Bauernliegenschaft im Ortsteil Reitenbach löschen. Laut Kantonspolizei Zürich beträgt der entstandene Schaden rund 500'000 Franken. Der Stall und die Scheune sind gänzlich ausgebrannt. «Es sieht schlecht aus. Wir haben mit einer Notabdeckung des Daches begonnen, da am Dach des Wohnhauses beträchtlicher Schaden entstanden ist», sagt Jakob Bührer, Inhaber der Firma Bedachungen Fehraltorf.

«Am liebsten weit, weit wegrennen»

Die zweifache Mutter stand gestern immer noch unter Schock. Wie auch Angelo. «Er hat so ein schlechtes Gewissen und hat viel geweint», sagt die Mutter. Doch schliesslich sei er noch ein Kind und habe die Folgen seines Leichtsinns nicht abschätzen können.

«Es ist alles so schrecklich. Am liebsten würde ich weit, weit wegrennen», wünscht sich die Mutter. Doch sie müsse jetzt Verantwortung übernehmen - gegenüber ihren Kindern und ihrem Mann, der zurzeit im Spital liegt. Es sei sehr schwierig für Angelo. Man müsse ihn jetzt gut betreuen. «Ich rede viel mit ihm, um ihm und zugleich auch mir zu helfen, das Trauma zu verarbeiten.»

Schon der zweite Brand

Bereits vor zwei Jahren hatte sich ein ähnlicher Schicksalsschlag ereignet. Im September 2006 war ihr Haus in Brand geraten, als der damals vierjährige Angelo ein heisses Bügeleisen auf den Fussboden des Dachzimmers abstellte. Niemand wurde verletzt, doch es entstand ein Sachschaden von mehreren Hunderttausend Franken.

Da ihr Haus wegen des Wasserschadens zurzeit nicht bewohnbar ist, musste die Familie die letzten Nächte bei Verwandten und Freunden verbringen. Der 17-jährige Sohn, der während des Feuers am Mittwochabend ausser Haus war, schläft bei einem Freund. Nun sucht die Familie ein Hotel, um die Zeit zu überbrücken, bis die Gemeinde eine Notwohnung für sie gefunden hat. «Schliesslich wissen wir nicht einmal, wann und ob wir überhaupt wieder in unser Haus zurückkehren können», sagt Schneider besorgt. Dies müsse von der Gebäudeversicherung noch abgeklärt werden. Doch eines sei klar: «Wenn es geht, möchten wir unbedingt wieder in unser Haus zurück.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.08.2008, 08:14 Uhr

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