«Sie sind seine Lebenskobolde»

Mit Unterstützung des Theater Hora: Der Kinohit Intouchables bekommt eine neue Färbung. Auch wegen Hanspeter Müller-Drossaart.

Driss (Daniel Schröder, rechts) hilft Philippe (Hanspeter Müller-Drossaart), das Leben wieder zu geniessen.

Driss (Daniel Schröder, rechts) hilft Philippe (Hanspeter Müller-Drossaart), das Leben wieder zu geniessen.

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Sie spielen Philippe Pozzo di Borgo, der schwerreich, aber nach einem Unfall mit dem Gleitschirm vom Hals abwärts gelähmt ist und sich nach und nach mit seinem Pfleger Driss anfreundet. Es dürfte eine Herausforderung sein, still im Rollstuhl sitzen bleiben zu müssen.
Na ja, ich kann den Kopf bewegen. Aber das Gestikulieren musste ich mir abge­wöhnen, man macht ja sonst immer diese körperlichen Sachen beim Reden.

Ursprünglich war Komi Togbonou für die Rolle des Driss vorgesehen, des schwarzen Arbeitslosen, der widerwillig zu Philippes Pfleger wird.
Komis Vater ist plötzlich verstorben, und er ist jetzt zurück nach Togo gereist, um das zu regeln. Darum mussten wir die Rolle umbesetzen. Daniel Schröder hat eher einen arabischen Einschlag, was ja näher dran ist an Abdel Sellou, der die Originalfigur zu Driss ist und aus Algerien stammt.

Sie haben da gerade das Buch von Sellou auf dem Tisch, «Tu as changé ma vie...».
Ich habe eben eine Szene gefunden, von der ich denke, dass man sie auch noch ins Stück reinnehmen sollte. Es gibt dazu noch das Buch von Philippe, «Le second souffle», die Inspiration für den Film, und er hat gerade noch eines geschrieben. Aus den ?Büchern kann man viele Informationen zu den Figuren herausholen. Der Film hat ja auch schon ausgewählt, vielleicht eher die lustigen und heiteren Momente herausgegriffen. Wir haben im Theater die Möglichkeiten, noch andere Lebensmomente zu ­zeigen, mit anderen Farben zu malen.

Sie arbeiten auch mit Leuten vom Theater Hora zusammen. Wie kam es dazu?
Der reale Philippe hat sich infolge seiner Krankheit auch für geistig Behinderte eingesetzt. Da fanden wir, wenn es hier schon so eine Theatergruppe gibt, wäre es doch eine tolle Möglichkeit, das reinzunehmen. Die Hora-Leute sind im Stück seine guten Geister, seine konstruktiven Lebenskobolde. Sie sind immer wieder da, sie kommentieren das Geschehen, sie nehmen Philippe sozusagen an der Hand. Das ist wie eine Art «Sommernachtstraum», eine fantastische Erweiterung von Philippes Welt.

Das Publikum erwartet also keine blosse Kopie des Films.
Wir nehmen ungefähr die gleiche Geschichte und die gleichen Figuren, reichern sie aber mit den Mitteln des Theaters an; wir haben hier unsere ganz eigene Spielstube. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 31.08.2016, 16:36 Uhr

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