Schuldenkrise

Spanien rutscht tiefer in die Rezession

Madrid Die Verunsicherung unter den Konsumenten reisst das krisengeplagte Spanien tiefer in die Rezession.

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Das Bruttoinlandprodukt schrumpfte vor allem wegen der schwachen Binnennachfrage im zweiten Quartal um 0,4 Prozent im Vergleich zum Jahresanfang.

Im ersten Quartal hatte es ein Minus von 0,3 Prozent gegeben, wie die Statistikbehörde INE am Dienstag in Madrid mitteilte. «Der Rückgang wird sich in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen», sagte Wirtschaftsstaatssekretär Fernando Jimenez Latorre. «Ab dem ersten Quartal kommenden Jahres dürften wir eine Verbesserung sehen.»

Auch den Regionen setzt sich Schuldenkrise immer stärker zu: Spaniens wirtschaftlich stärkste Region Katalonien kündigte an, die Regierung um Finanzhilfe von 5 Milliarden Euro zu bitten.

In Katalonien wird etwa ein Fünftel des spanischen Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet. Die Region hat aber auch den höchsten Schuldenberg. Er beläuft sich auf rund 42 Milliarden Euro. Im zweiten Halbjahr muss sich Katalonien 5,755 Milliarden Euro leihen, um seinen Finanzbedarf zu decken. Von den 17 Regionen haben bereits Valencia und Murcia Finanzbedarf angemeldet.

Die Regierung hofft darauf, dass der Export die Rolle der Konjunkturlokomotive übernimmt. Im Frühjahr zogen die Ausfuhren um 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an. Das reichte allerdings nicht aus, um den Rückgang der Binnennachfrage von 3,9 Prozent auszugleichen.

Der private Konsum leidet unter der Rekordarbeitslosigkeit: Jeder vierte Spanier hat keinen Job. Zudem macht der scharfe Sparkurs der Regierung im Kampf gegen die Schuldenkrise den Konsumenten zu schaffen.

Die Wirtschaftsmisere erschwert die Sanierung des Staatshaushalts. Die Regierung will das Defizit in diesem Jahr auf 6,3 Prozent drücken, von 8,9 Prozent 2011.

Erstellt: 28.08.2012, 14:52 Uhr

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