Spiel auf dem Kunstrasen ist anstrengend

Sportler und Behördenmitglieder weihten am Samstag den neuen Kunstrasen und die Sportanlage Gries ein. Fazit der Spieler: Der Lauf auf dem künstlichen Grün ist gewöhnungsbedürftig.

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Gross war die Neugier der Bevölkerung, die am Samstag die neue Sportanlage Gries begutachtete und testete. Immerhin wurde mit der Fertigstellung der modernen Anlage eine weitere Etappe zur Realisierung der Vision Gries beendet. Zur Sportanlage zählen das Vereins- und Garderobengebäude, zwei Kunstrasenplätze und ein Naturrasen, die Beach-Sportanlage sowie die erweiterten Leichtathletikanlagen.

Den neue Kunstrasen weihte eine aus dem FC Volketswil zusammengestellte Mannschaft mit einem Spiel gegen die Herrschaften der Behörde - hauptsächlich von der Baukommission - ein. Das erste Goal schoss Markus Appenzeller für den FC Volketswil. Weitere Treffer von beiden Mannschaften folgten und führten schliesslich den Fussballklub mit 3:2 gegen die Behörden zum Sieg.

Lieber ein Spiel auf Naturrasen

Leicht erschöpft stellte Bausekretär Klaus Vetter während des Matches fest, dass der Boden sehr weich und das eigene Tempo folglich langsamer sei. «Beim Rennen federt es anders», fand Gemeinderat Christoph Keller nach dem Spiel. «Es geht viel mehr in die Knie.» Weiter verglich der etwas abgekämpfte Gemeinderat den Rasen mit einem Stubenteppich. Roger Zulliger, ehemaliger Goalie beim FC Volketswil, spielte zwar beim Einweihungsmatch nicht mit, doch auch er wusste zu berichten, dass ein Spiel auf Kunstrasen sehr kräfteraubend sei und «grausam in die Knochen fahre». Dennoch bringe der Rasen den Vorteil mit sich, dass er die Gelenke schone. Ein Spiel auf Naturrasen bevorzuge er trotz allem noch. Für die neuen Flutlichter hatte der ehemalige Goalie nur gute Töne übrig: «Früher mussten wir immer nach Greifensee gehen, wenn wir am Abend trainieren wollten.»

Freude über das Flutlicht zeigte auch Kommunikationsfachmann Hugo Engeler: «Die Anlage ist dank den Lichtern auch nachts taghell», schwärmte er. Imposant sei es gewesen, als ein Helikopter die zwölf riesigen Lichtstangen innerhalb von nur 35 Minuten montierte. Gemeinderat Jörg Leuenberger (SVP) erklärte zudem, dass der Kunstrasen von Volketswil der erste seiner Art in der Schweiz sei. Die Gemeinde habe deshalb auch einen guten Preis erhalten. Von einem «Versuchskaninchen» könne aber auf keinen Fall die Rede sein. Die Firma habe mit diesem ersten Rasen lediglich Fuss fassen wollen in der Schweiz. Für den gleichen Rasen hätten andere Gemeinden bereits viel mehr Geld in die Hand nehmen müssen, betonte Leuenberger. Weiter erklärte er, dass sich die relativ hohen Anfangskosten nach zehn Jahren ausbezahlten. Langfristig seien die Unterhaltungsarbeiten des Kunstrasens viel geringer.

Kontrastprogramm im Restaurant

Das sehr schlicht und leicht wirkende Vereins- und Garderobengebäude gliedert sich unauffällig in die Gesamtanlage ein. Sichtbeton und lichtdurchlässige Holzwände dominieren. Die Garderoben sind alle einzeln und ebenerdig zur neuen Leichtathletikanlage begehbar. Auffällig und erfrischend ist der mintfarbene Anstrich der Duschzellen. Einen Stock höher, ebenerdig zu den zwei Kunstrasenplätzen, befindet sich das Selbstbedienungsrestaurant. 80 Personen kann der Raum maximal fassen. Auch hier dominieren Schlichtheit und Moderne. Einzig die über dem Selbstbedienungsbereich zahlreich aufgehängten runden Naturholzbrettchen stechen ins Auge. Zu lesen sind Sprüche wie «Goethe ist tot, Schiller lebt nicht mehr, und mir ist auch schon ganz schlecht». Ein vielleicht absichtlich gewähltes Kontrastprogramm des Pächters, nach dem Motto: Biederkeit trifft auf Moderne. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.08.2008, 07:19 Uhr

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