Spital Wädenswil ist ein chronischer Patient

Das ehemalige Spital Wädenswil gleicht einer Ruine. Der Anbau wurde vor Monaten abgerissen. Seither geht nichts mehr. Ein Rekurs blockiert die geplante Grossüberbauung.

Die Bauruine, wie sie seit Monaten das Ortsbild von Wädenswil prägt. Die Überbauung ist ins Stocken geraten.

Die Bauruine, wie sie seit Monaten das Ortsbild von Wädenswil prägt. Die Überbauung ist ins Stocken geraten. Bild: Patrick Gutenberg

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Für viele Wädenswiler war es schon schwer, dass «ihr» Spital vor drei Jahren den Betrieb einstellte und mit dem Spital Zimmerberg in Horgen zusammengelegt wurde. Was sie jetzt sehen, macht sie auch nicht versöhnlicher. Am Spitalgebäude klafft eine Amputationswunde, weil ein Erweiterungsbau abgebrochen wurde. Die Spitalwiese, auf der früher Schafe weideten, ist bei den Abbrucharbeiten verletzt worden, die Narben sind schlecht verheilt. Seit Monaten schon bietet sich dieses trostlose Bild, und es scheint, dass es auf der Baustelle nicht vorwärts geht.

Die Grünenberg Immobilien AG hatte das Areal von der Spitalstiftung gekauft und will dort Eigentumswohnungen erstellen. Im ursprünglichen Spitalgebäude aus den 30er-Jahren sind 20 Wohnungen geplant. In fünf Neubauten auf der Wiese weitere 49 Wohnungen. Profilstangen machen das Ausmass der Grossüberbauung an bester Aussichtslage deutlich. Die Anstösser wollen ein Wort mitreden bei der Gestaltung. Deshalb haben sie einen Rekurs eingereicht.

Umstrittene Balkone

Eigentlich hätten sie eine rechtskräftige Baubewilligung, sagt Immobilienhändler Beat Odinga von der Grünenberg Immobilien AG. Weil aber die Käufer der Eigentumswohnungen Balkone auf der Seeseite der Gebäude wünschten, habe man im Nachhinein eine Abänderungseingabe eingereicht, welche die Stadt im Mai bewilligt habe. Gegen diese rekurrierten die Anwohner. Sie wollen, dass die Balkone leicht erscheinen und wünschen eine Verglasung. Ihnen geht es auch darum, dass der Aushub für die Neubauten nicht nur über die Schlossberg-, sondern teilweise auch über die Schönenbergstrasse abtransportiert wird. Zudem verlangen sie einen Schallschutz bei der Ausfahrt der Tiefgarage mit 109 Parkplätzen.

Es fänden Verhandlungen mit den Rekurrenten statt, sagt Odinga. Er sei zuversichtlich, dass man sich bald einigen könne. Dann könnten die Bauarbeiten rasch wieder aufgenommen werden. Auf der Internetseite der Überbauung Schlossberg ist der Baubeginn auf den Herbst dieses Jahres terminiert. Im Jahre 2010 könnten die Wohnungen gemäss dieser Darstellung bezogen werden. Schon um den Gestaltungsplan war vor Jahren gerungen worden. Die Bauherrschaft hatte damals auf Druck der Anwohnerschaft die geplanten Gebäude redimensioniert.

Mit Reservationen zufrieden

Die Überbauung Schlossberg stammt von den Zürcher Architekten Romero & Schaefle. Die fünf Neubauten orientieren sich architektonisch am historischen Spitalgebäude. Die Wohnungsgrössen variieren von eineinhalb bis fünfeinhalb Zimmern. Rund die Hälfte der Wohnungen ist bereits reserviert; besonders beliebt sind die Wohnungen im früheren Spitalgebäude sowie die Attikawohnungen in den Neubauten. Die Preise der noch freien Wohnungen reichen von 340'000 Franken für eine Eineinhalbzimmerwohnung im ersten Geschoss bis zu 1,4 Millionen Franken für eine Viereinhalbzimmer-Attikawohnung.

Mit den Vorreservationen ist Odinga zufrieden. Man richte sich in erster Linie an Personen über 50 Jahren, aber auch für Familien seien die Wohnungen geeignet. Das Projekt wird an der Eigenheimmesse in Zürich am Wochenende präsentiert. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.09.2008, 21:37 Uhr

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