Stauffacher giesst Öl ins Stäfner Feuer

Wegen dem 1. August-Feuer droht der Gemeinde Stäfa neues Ungemach. Der Anwalt Werner Stauffacher will, dass die Verantwortlichen bestraft werden. Er ist kein Unbekannter.

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Der Streit um das verbotene Stäfner 1.-August-Feuer (TA vom 2. 8.) lodert wieder auf. Zwar hat die Gemeinde der Bevölkerung als Entschädigung für heute Samstag ein verspätetes Höhenfeuer auf der Risi organisiert; diese Entschuldigung akzeptieren aber nicht alle. Der Stäfner Rechtsanwalt Werner Stauffacher hat auf Seite 61 der heutigen Ausgabe des «Tages-Anzeigers» ein Inserat geschaltet, in dem er die Gemeinde der Lüge bezichtigt.

Die Gemeinde habe einen «Giftberg aus Abbruchholz» verbrennen wollen und streue der Bevölkerung nun Sand in die Augen. Zudem fordert er ein Strafverfahren gegen die Verantwortlichen.

«Ich wehre mich mit diesem Inserat gegen die Unehrlichkeit der Gemeinde», sagt Stauffacher. Diese habe sich zwar entschuldigt, stehe aber nicht zu ihren Fehlern. Nicht jeder würde in einem solchen Fall zu diesen Mitteln greifen, kostet doch ein Inserat mehrere Tausend Franken. Doch Stauffacher tut es, weil er überzeugt ist, der Allgemeinheit zu dienen. «Der Bürger kann oft nicht viel machen, und ich helfe gerne Schwächeren», sagt er.

Einladung zu einer Bratwurst

Bei der Gemeinde sieht man den Affront gelassen. «Die Inserate sprechen für sich», sagt Gemeindeschreiber Daniel Scheidegger. Stauffachers Behauptungen seien nicht belegt. Das Holz habe maximal zwei Prozent Fremdbestandteile enthalten. Davon seien noch zusätzlich zwei Container aussortiert worden. «Herr Stauffacher ist herzlich eingeladen, heute auf der Risi eine Bratwurst zu essen. Viel mehr haben wir dazu nicht zu sagen.»

Dem Inserat ging ein gefilmtes Interview mit dem Stäfner Kaminfegermeister Roland Hofer voraus. Stauffacher hatte Hofer dazu eingeladen und das Interview auf seiner Website publiziert. Hofer war jener Mann, der die Kantonspolizei darauf aufmerksam gemacht hatte, dass in Stäfa verbotenerweise Bauabfallholz verbrannt werden sollte. Damit rächte er sich an der Gemeinde: Diese hatte ihm Ende 2007 nach 23 Jahren seinen Auftrag als Feuerungskontrolleur entzogen, weil seine Administration mangelhaft gewesen sei.

Nach dem Interview, in dem es um das Höhenfeuer und Hofers Kündigung geht, legt Stauffacher seine eigene Meinung dar. Die Gemeinde habe eine Unordnung und müsse erst einmal selber aufräumen. «Solange sie das nicht macht, werden wir immer wieder Ärger haben in Stäfa. Merkwürdigerweise nur in Stäfa, alle anderen Gemeinden könnens ja», schliesst er.

Wie Hofer hat sich auch Stauffacher bei anderer Gelegenheit schon mit der Gemeinde angelegt. Schon damals schaltete der streitbare Anwalt Inserate, in denen er scharf gegen die Behörden schoss. Zankapfel war die von ihm eingereichte Initiative für einen «Raum der Stille», welchen er der Gemeinde schenken wollte. Als diese das Geschenk zurückwies, griff Stauffacher den Gemeinderat per Inserat in abschätziger Sprache an (TA vom 20. 5.).

Stauffacher bestreitet, dass sein jetziges Vorpreschen mit dieser Vorgeschichte zusammenhänge. Er habe nichts gegen die Behörden. «Ich bin eigentlich für die Gemeinde, sonst würde ich nicht hier wohnen. Ich finde aber, dass Geschäfte korrekt ablaufen sollten.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 16.08.2008, 08:20 Uhr

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