Strukturwandel im Neeracher Riedpark zeichnet sich ab

Die neue Besitzerin des Einkaufszentrums Riedpark setzt auf Büros statt Einzelhandel. Dadurch geht Laufkundschaft verloren. Ein Problem für die verbleibenden Läden.

Derzeit sind nicht alle Räumlichkeiten im Riedpark vermietet.

Derzeit sind nicht alle Räumlichkeiten im Riedpark vermietet. Bild: David Baer

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Der Denner-Satellit im Einkaufszentrum Riedpark in Neerach ist Mitte Jahr von der Sonnenseite des Zentrums an der Zürcherstrasse an die Schattenseite umgezogen, die an die Kiesstrasse grenzt. Für den Betreiber von Denner, Arnold Schwitter, wirkt sich dieser Entscheid positiv aus: «Wir haben mit rund 800 Quadratmetern nun eine fast doppelt so grosse Verkaufsfläche, mehr Kundschaft und damit mehr Umsatz.» Gemäss einer Zählung der Swiss Immo Invest AG, die den Riedpark verwaltet, hat sich die Kundenfrequenz um 30 Prozent erhöht.

Ohne Denner weniger Kundschaft

Vom guten Geschäftsverlauf des Denners profitieren die Geschäfte auf der Sonnenseite des Zentrums allerdings nicht. Im Gegenteil. Die Laufkundschaft sei geringer geworden. «Der Denner-Umzug macht sich bei uns durchaus bemerkbar», erklärt Elsbeth Fleischli von der Bäckerei-Konditorei Fleischli. In Zahlen kann sie die Veränderung noch nicht benennen. «Wir sind gespannt, wie sich die Situation entwickeln wird und wie die Geschäftsflächen neu belegt werden.»

Auch der Kiosk hat weniger Kunden, wie die Besitzerin Bea Marthaler erklärt. «Der Denner fehlt ganz klar», sagt sie. Aus diesem Grund hofft sie, dass die von ihm aufgegebenen Räumlichkeiten bald wieder besetzt werden. Um so mehr, als nun auch die Drogerie, welche sich in der Passage befand, geschlossen worden ist. Zu den Gründen für die Aufgabe des Ladens will sich die ehemalige Ladenbesitzerin Liselotte Widler nicht äussern.

Im Rahmen von Widlers Geschäftsschliessung ist es jedoch zu Differenzen zwischen ihr und der Swiss Immo Invest gekommen. «Ich habe die Mieterin gebeten, einen Aushang zu entfernen, auf welchem sie erklärte, dass sie mit der Strategie im Zentrum nicht einverstanden sei», so Günter Wengert von der Immobilienfirma. Ein Gespräch darüber sei nie geführt worden.

Änderungen von Anfang an geplant

Während sich die Kundenfrequenz auf der Schattenseite des Zentrums erhöht hat, ist sie auf der Sonnenseite etwa gleich geblieben, sagt Wengert. Die Beobachtung der Geschäftstreiber kann er nicht bestätigen. Er erklärt sich deren Wahrnehmung damit, dass beim Denner nun viel laufe und so der Eindruck entstehe, dass auf der Kioskseite weniger Betrieb sei.

Bereits bei der Übernahme der Riedpark-Liegenschaft Anfang des vergangenen Jahres stand fest, dass die Swiss Immo Invest die Geschäftsstruktur verändern wird. Gemäss Günter Wengert setzt man stärker auf die Vermietung von Büroflächen als auf den Einzelhandel. «Neerach ist eine steuergünstige Gemeinde und damit ein attraktiver Standort für Firmen», so Wengert. Einzelhandel ist nur noch auf der Fläche von Möbel Märki und der Passage geplant. «Für die Räumlichkeiten, die noch nicht belegt sind, bestehen Vorverträge.» Mit welchen Firmen, will Wengert nicht verraten.

Was bereits feststeht: Die Raiffeisenbank Züri-Unterland, welche bereits eine Filiale im Riedpark betreibt, wird ihre Räumlichkeiten um- und auch ausbauen, wie Gabriel Lengen, Vorsitzender der Bankleitung, auf Anfrage erklärt. Bis anhin wird in Neerach eine Kassenstelle betrieben. In Zukunft werden auch Beratungsräume zur Verfügung stehen, da dafür ein grosser Bedarf besteht.

Im Gegensatz zu den anderen Läden spielt der Denner-Umzug und die restliche Raumsituation für die Raiffeisenbank keine Rolle. «Unser Geschäftsgang in Neerach ist sehr gut», so Lengen. Beginn der geplanten Arbeiten ist in einigen Monaten. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 23.09.2008, 20:01 Uhr

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