Studis finden kaum ein passendes Zimmer

Mit dem Semesterbeginn Mitte September kommen rund 5500 Studienanfänger nach Zürich. Ihre Wohnungssuche verläuft grösstenteils schwierig.

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Am 15. September beginnt für rund 5500 junge Menschen ein neuer Lebensabschnitt - sie nehmen ein Studium an der Uni oder der ETH auf und wollen nach Zürich ziehen. Doch die Wohnungssuche für Studierende mit kleinem Geldbeutel gestaltet sich schwierig.

Bei der Studentischen Wohngenossenschaft (Woko) sind kaum freie Zimmer zu vermieten. Gemäss Homepage ist gar nichts frei. Als das Woko-Büro am letzten Montag die Informationen zu den 12 Zimmern publizierte, die per Anfang Oktober zu vergeben sind, standen rund 60 Studierende in einer Warteschlange an. Per September und August waren ebenfalls nur 10 bis 15 der 1400 Zimmer frei.

Es fehlen 3800 Zimmer

Auf Internetportalen sind zwar mehr Zimmer ausgeschrieben, diese kosten aber bis zu 1400 Franken. Auf www.wgzimmer.ch wurden seit Anfang August 100 Inserate geschaltet, nur 23 Zimmer sind aber günstiger als 500 Franken pro Monat - und liegen somit im Budget eines Studierenden. Eine Studie hat ergeben, dass 6000 Studierende auf dem Hochschulplatz Zürich maximal 500 Franken Miete aufbringen können. Die Woko, das Jugendwohnnetz und die Studentenheime können laut eigenen Angaben derzeit nicht mehr als 3500 Zimmer in dieser Preislage anbieten - folglich finden 2500 Studierende keine passende Bleibe und müssen über ihren finanziellen Verhältnissen leben.

Auch Géraldine hat eine Wohnung gesucht. Gemäss Inserat auf wgzimmer.ch kann sie monatlich 550 Franken zahlen - und sie hat dennoch schnell ein Zimmer gefunden. «Die erste Bewerbung war erfolgreich», sagt die angehende Studentin. «Ich musste mich gegen einige Konkurrenten durchsetzen.» Die 24-Jährige ist sich sicher, dass sie «mega Glück» hatte. Als sie für ihre bisherige WG neue Mitbewohner suchte, seien mindestens 50 Bewerber durch die Wohnung getrampelt. Einige hätten zuvor bereits 15 Zimmer besichtigt.

Student Hostel bringt Linderung

In ein paar Jahren sollte sich die Wohnungssuche für die Studierenden leichter gestalten. Im Rahmen von Science City sind bei der ETH Hönggerberg 1000 Studentenwohnungen geplant, und zurzeit wird in der Grünau das erste Student Hostel gebaut. 168 Studierende können dort ein 11 Quadratmeter grosses Zimmer mieten. Sie teilen sich Küche, Wohnraum sowie Nasszellen und bezahlen dafür monatlich zwischen 450 und 500 Franken. «Uni und ETH reservieren einen Teil der Zimmer, um Studierende in Austauschprogrammen unterzubringen», sagt Woko-Präsident Meinrad Stöckli. Der Rest werde vermietet, wobei das Hostel nur als Übergangslösung gedacht sei. Stöckli ergänzt: «Auswärtige Studierende können dort während ein bis zwei Semestern unterkommen, bis sie ein passendes WG-Zimmer gefunden haben.»

Solche Angebote fehlen in Zürich zurzeit noch völlig. Ein Teil der auswärtigen Studienanfänger wird ab dem 15. September deshalb vorerst pendeln müssen. Wartelisten führt die Woko wegen des administrativen Aufwands nicht mehr. Stöckli rät den Wohnungssuchenden, auch in den umliegenden Gemeinden zu schauen: «Dort sind die Mietzinse tiefer, es gibt mehr freie Wohnungen, und dank des guten öffentlichen Verkehrsnetzes gelangen sie schnell zu der Hochschulen.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 25.08.2008, 13:52 Uhr

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