Sturz eines Pferdes beim Wagenrennen lief glimpflich ab

Am Freiberger-Tag in Agasul stürzte ein Pferd im 4-Spänner-Römerwagenrennen. Pferd und Fahrer haben den Unfall jedoch unverletzt überstanden.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Den Zuschauern stockte am Sonntag der Atem: Römerwagenfahrer Pius Benz steuerte mit seinem Vierspänner die zweite Kurve vor dem grossen Festzelt in Agasul an. Plötzlich rutschte der dreijährige Wallach Vazir aus und stürzte. Benz bremste sein Gespann sofort, doch einige Meter wurde das am Boden liegende Pferd von den anderen drei Wagenpferden noch mitgeschleift. Im Publikum herrschte Totenstille, bis Vazir aufstand und scheinbar unversehrt ein paar Schritte machte. Dann applaudierten die Zuschauer.

Die Frage nach dem Warum bleibt

«Ich hatte viel Glück im Unglück», sagt Pius Benz einen Tag nach dem Unfall. Nur ein Leitseil ist gerissen. Warum sein Pferd ausrutschte und warum genau in jener Kurve, könne er sich nicht erklären. «Vielleicht fuhr ich die Kurve etwas zu weit aussen an. Vazir lief als äusserstes Pferd die weiteste Strecke und drängte wohl nach innen. Vielleicht rutschten ihm darum die Beine weg», vermutet Benz. Die Bodenbeschaffenheit sei dieses Jahr - im Gegensatz zu den zwei vergangenen Jahren - nahezu perfekt gewesen.

Den Unfall sieht Benz noch immer vor seinem inneren Auge. Nur das Zeitgefühl hat ihn kurz verlassen. «Ich weiss nicht, ob der Rennunterbruch drei oder zehn Minuten dauerte.» Sehr gefreut habe ihn die spontane Hilfe von Zuschauern und Mitgliedern aus dem Organisationskomitee. «Alle gingen ruhig und behutsam mit dem gestürzten Pferd um.» Benz selber blieb auf dem Wagen, um die drei anderen Pferde unter Kontrolle zu halten. Er habe schnell gesehen, dass sein Wallach keine äusseren Verletzungen wie Brüche aufweise. Aufgeatmet habe er jedoch erst, als das Pferd wieder stand. «Ich glaube, es hat ihm im ersten Moment den Schnauf verschlagen, sodass es zuerst mal tief durchatmen musste», sagt Benz. Darum hätten die Helfer das Pferd sofort vom Geschirr befreit. «Ich hatte Angst, dass ihm der Brustgurt noch auf die Lunge drückt.» Vazir sei ruhig liegengeblieben und habe nicht einmal den Kopf bewegt, als an ihm herumhantiert wurde. Dann habe er tief durchgeatmet und sei aufgestanden.

Gestern durfte der Wallach bereits wieder auf die Weide. «Er hat nicht mal eine Schürfung, aber vermutlich ein paar blaue Flecken», sagt sein Besitzer. Er sei wirklich mit einem Schrecken davongekommen. Auch Benz selber blieb unversehrt. «Weil ich sofort bremsen musste, lehnte ich mich nach hinten, sodass ich nicht vorne gegen den Wagen prallte.»

Jahrelange Erfahrung

Der Wettinger Pius Benz ist ein erfahrener Brücken- und Römerwagenfahrer. Seit zwölf Jahren nimmt er am Freiberger-Tag in Agasul an den Wagenrennen teil. «Natürlich habe ich mich auch gefragt, ob ich die vier Pferde richtig platziert hatte», gibt sich Benz nachdenklich. Doch er würde sein Gespann wieder in dieser Konstellation vor seinen selbst gebauten Römerwagen spannen. Er glaubt auch nicht, dass Vazir bei seinem zweiten Renneinsatz müde war. «Er lief am Morgen im 2-Spänner-Brückenwagenrennen und konnte sich bis am späten Nachmittag ausruhen.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.08.2008, 07:30 Uhr

Blogs

Geldblog Softwarefirma profitiert von Banken unter Druck

Sweet Home Japandi statt Skandi

Die Welt in Bildern

Zeigt her eure Finger: Angestellte zeigen ihre mit Tinte gefärbten Finger während des kurdischen Freiheitsreferendums im Irak. (25. September 2017)
(Bild: Alaa Al-Marjani) Mehr...