IWF-Tagung

Themen der Jahrestagung des IWF und der Weltbank in Tokio Hintergrund

Tokio Von Donnerstag an kommen die Finanzminister und Notenbankchefs der Welt in Tokio bei der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank zu Beratungen zusammen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Folgende Themen stehen im Zentrum der Debatten:

EURO-SCHULDENKRISE: Nach wie vor offen ist, ob Griechenland die nächste Hilfszahlung der internationalen Geldgeber aus Europa und des IWF erhält. Athen muss die Sparauflagen erfüllen. Der «Troika»- Bericht von EU-Kommission, IWF und Europäischer Zentralbank (EZB) steht aus.

Ohne die Hilfstranche von 31,5 Milliarden Euro droht Griechenland die Pleite und ein Austritt aus der Euro-Zone. Es wird aber erwartet, dass das Geld am Ende doch fliesst, um Griechenland zu halten. Offen ist auch, ob und wann Spanien ein volles Hilfsprogramm beim Rettungsfonds beantragen wird.

WELTWIRTSCHAFT: Der IWF hat seine aktuellen Wachstumsprognosen nochmals gesenkt. Danach geht die weitere Abkühlung der weltweiten Konjunktur in diesem und im nächsten Jahr mit einer deutlichen Zunahme der Abwärtsrisiken einher.

Angemahnt werden dürften weitere Strukturreformen. Auch die angestrebte europäische Bankenunion kommt aus Sicht des IWF nicht schnell genug voran.

IWF-FINANZAUFSTOCKUNG: Die Kriegskasse der Finanzfeuerwehr zur Abwehr globaler Krisen soll um 456 Milliarden US-Dollar aufgestockt werden. Die gesamte Feuerkraft des IWF erhöht sich damit auf mehr als eine Billion Dollar.

Von den zusätzlichen bilateralen Krediten der IWF-Mitglieder steuern die Euro-Länder umgerechnet 150 Milliarden Euro bei. Unter anderem die USA beteiligen sich nicht an der Stärkung des IWF.

QUOTENREFORM: Vor allem Schwellenländer verknüpfen die IWF- Mittelaufstockung mit der Neuordnung der Stimmrechte. Die 2010 beschlossene Quotenreform, die die Verhältnisse zwischen alten und neuen Mächten neu regeln soll, sollte bis zum Herbst 2012 stehen.

Die Umsetzung der Stimmrechtsreform zieht sich aber hin. Im Zuge der Reform verdrängt China - zweitgrösste Wirtschaftsmacht der Welt hinter den USA und vor Japan - Deutschland von Platz drei der IWF- Anteilseigner.

WECHSELKURSE/KAPITALVERKEHR: China könnte erneut aufgefordert werden, seine Währung weniger stark zu kontrollieren. Vor allem die USA und die Europäer werfen Peking vor, seine Währung künstlich niedrig zu halten und sich so Exportvorteile zu verschaffen.

Gastgeber Japan dürfte in Tokio den Höhenflug seiner Währung zur Sprache bringen. Die führenden westlichen Industrieländer (G7), die sich am Rande der IWF-Tagung treffen, sollen Japan helfen, den Yen zu bremsen und der Wirtschaft des Landes so aus der Dauerkrise helfen.

Der Yen ist stark, weil er - trotz Rekordschulden Japans von 230 bis 240 Prozent der Wirtschaftsleistung - als «sicherer Hafen» für Anleger gilt. Auch Schwellenländer kämpfen mit einer Aufwertung ihrer Währung, weil «billiges» Geld aus Industrieländern nach Anlagen sucht.

CHINA/JAPAN: Der Streit zwischen China und Japan um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer droht auch das Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs in Tokio überschatten. Der Streit hat bereits Konsequenzen für die Wirtschaft beider Länder.

Am Mittwoch wurde bekannt, dass der chinesische Finanzminister und sein Notenbankchef der Jahrestagung fernbleiben. Ein Sprecher der japanischen Regierung bedauerte das.

Erstellt: 11.10.2012, 10:42 Uhr

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Blogs

Sweet Home So richten Sie geschickter ein

Tingler Neuer Name, neues Glück

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Die Welt in Bildern

Volle Lippen: Indische Künstler verkleiden sich während des Dussehra Fests in Bhopal als Gottheit Hanuman. (19.Oktober 2018)
(Bild: Sanjeev Gupta/EPA) Mehr...