Von Sex und Macht

Ein Besuch der Schwägerin zerstört eine junge Ehe. Wieso, zeigt das Theater Kanton Zürich in diesem Klassiker.

    Voller Körperkontakt auf dieser Bühne.

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Als einen «Überlebenden aus der Steinzeit» bezeichnet Blanche du Bois ihren Schwager: einen polnischer Einwanderer, der hart arbeitet und ebenso spricht. Mit Stella, Blanches jüngerer Schwester, lebt er in einer engen Wohnung. Dorthin ist Blanche geflohen, nachdem sie ihre Stelle als Lehrerin verloren hat. Eine Schmach, die sie verschweigt. Stattdessen mäkelt sie am einfachen Leben ihrer Schwester herum. Blanches versnobte Art geht dem Mann bald auf die Nerven. «Die Situation ist wie ein Dampfkessel, der jederzeit explodieren könnte», erzählt Barbara-David Brüesch. Sie inszeniert «Endstation Sehnsucht» als Koproduktion von Theater Kanton Zürich und Theater Winterthur. Katharina von Bock spielt Blanche. «Blanche ist bösartig, dann wieder zerbrechlich und monströs. Diese Rolle braucht eine hervorragende Schauspielerin.» Katharina von Bock zählt zu Brüeschs Lieblingsdarstellerinnen, bereits mehrmals haben die Frauen zusammengearbeitet. Genauso sehr aber schätzt die Regisseurin das amerikanische Theaterstück selbst. «Die komplizierte Dreierkonstellation und die facettenreiche Figuren faszinieren mich.»

Verfasst von Tennessee Williams, wurde «Endstation Sehnsucht» 1947 am Broadway uraufgeführt. Die Verfilmung vier Jahre später machte Marlon Brando ­unsterblich. «Er spielt hinreissend und modern. Die Frauenfiguren sind aber wahnsinnig altbacken», findet Brüesch. «Ich orientiere mich eher an ‹Blue Jasmine›.» Der oscargekrönte Film von Woody Allen basiert lose auf dem Theaterstück. Wie der Filmregisseur will auch Barbara-David Brüesch auf die noch immer ­aktuellen Themen fokussieren: das Machtverhältnis ­zwischen Mann und Frau, das Ausleben von sexuellen Gelüsten – und dessen Konsequenzen.

Eintritt 40–60 Franken. Bis 13.1. 2016 (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 28.10.2015, 09:00 Uhr

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