Vor Thalwil wird Teer aus dem See gefischt

Am Seeufer von Thalwil werden in den kommenden Tagen Teerablagerungen vom Seegrund entfernt. Die dringend notwendige Sanierung dauert bis Frühling 2009.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Teerablagerungen bei Thalwil haben ein Ausmass von rund 7000 Quadratmetern. Sie liegen in Wassertiefen von 2 bis 32 Metern, wie die kantonale Baudirektion am Montag mitteilte. Verursacht wurden sie vom ehemaligen Gaswerk, das von 1898 bis 1930 im Gebiet der heutigen Kläranlage in Betrieb war.

Sanierung ist unabdingbar

Durch das Entfernen der Teerablagerungen werde das Risiko beseitigt, dass das Wasser durch giftige Schadstoffe wie wasserlösliche Kohlenwasserstoff-Verbindungen verschmutzt werden kann, heisst es weiter. Dieses Risiko bestand bisher vor allem beim Ankern von Booten oder bei Rutschungen im Seegrund.

Da der Zürichsee das wichtigste Trinkwasserreservoir für den Grossraum Zürich ist, sei eine Sanierung der Rückstände trotz erheblichem Aufwand unabdingbar. Für die Sanierungsarbeiten hat der Kanton Zürich 8,6 Millionen Franken bewilligt.

Sorgfalt ist oberstes Gebot

Der Trinkwasser-Sicherheit werde auch während der Sanierung grosse Aufmerksamkeit geschenkt. Die vom Gaswerk stammenden Ablagerungen werden schrittweise im Schutze eines rund 100 Quadratmeter grossen Kastens abgesaugt. Mit diesem Verfahren wird die Freisetzung von Schadstoffen minimiert.

Abgesaugter Schlamm wird an Land gepumpt

Der abgesaugte Schlamm wird an Land gepumpt und auf dem Grundstück des Schwimmbades in einer speziell dafür gebauten Anlage in Wasser und Feststoff aufgetrennt. Das Wasser wird vorbehandelt und dann in die Kläranlage eingeleitet. Aus dem schlammigen Rückstand wird das Wasser herausgepresst.

Danach wird der Schlamm in Mulden abgefüllt und in einer Verbrennungsanlage für Sonderabfälle entsorgt. Diese Methode habe sich beim Absaugen von Schwerölschlamm nach Tankerunfällen bewährt.

Sicherheit wird gewährleistet

Als Sicherheitsmassnahme hat die kantonale Seepolizei vor mehreren Jahren den betroffenen Bereich zur Sperrzone erklärt und mit Bojen markiert. Innerhalb dieses Sperrgebiets ist das Ankern verboten.

Für die Anwohnenden und die Badegäste im nahe gelegenen Strandbad bestehe auch weiterhin keine Gefahr, schreibt die Baudirektion weiter.

Während der Sanierungsarbeiten ist der betroffene Bereich im See unter anderem durch Ölsperren speziell gesichert. Zudem wird die Qualität des Seewassers überwacht. Ein Frühwarnsystem stelle sicher, dass Schlammaufwirbelungen sofort erkannt werden.

Im Auftrag der Baudirektion analysiert die Wasserversorgung Zürich in Zusammenarbeit mit dem kantonalen Labor häufiger als üblich das Seewasser im Bereich der Sanierungsarbeiten und das Rohwasser in den fünf nahe gelegenen Seewasserwerken Thalwil, Moos, Lengg, Hirsacker und Küsnacht-Erlenbach.

(tif/sda)

Erstellt: 08.09.2008, 14:31 Uhr

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Blogs

Geldblog Softwarefirma profitiert von Banken unter Druck

Sweet Home Japandi statt Skandi

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Schmucke Brille: Ein Model führt in Mailand die neusten Kreationen von Dolce und Gabbana vor. (24. September 2017)
(Bild: Antonio Calanni/AP) Mehr...