Was ist Zeit?

Michael Wertmüller ist einer der meistgespielten und aufregendsten Schweizer Komponisten. Die zweite Aufführung seiner neuesten Suite findet in Zürich statt.

Es ist wahr: In der Musik kann man durch Grübeln Grenzen sprengen.

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Die Zeit treibt ihn um. Seit Michael Wertmüller Musik macht, drängt es ihn, das Phänomen Zeit zum Klingen zu bringen. Sein neuester Coup ist dabei eine Suite für Soloschlagzeug und Ensemble, die nun ihre Zürcher Premiere erlebt: «pull up! pull up! terrain! terrain!»

Der Berner Wertmüller (48) ist selbst Schlagzeuger, beschränkt sich aber nicht aufs Angeben des Takts. In den 90er-Jahren riss er mit der experimentellen Band Alboth! Grenzen zwischen Jazz, Improvisation und Neuer Musik ein. Er tat dies so kraftvoll, dass die ganze Welt hellhörig wurde. Heute drischt er im Berliner Projekt Full Blast. Vor allem aber komponiert er – für Ensembles, Orchester, Opernbühnen in ganz Europa. Gelernt hat er das Tonsetzen nach Abschluss der Jazzschule Bern an den Konservatorien von Amsterdam und Berlin.

Seine anarchische Wildheit aus Alboth!-Zeiten hat Wertmüller bewahrt. Für die beteiligten Musiker bedeutet dies aufwendiges Üben. Die Werke sind akribisch ausnotiert mit Takten bis zu 512tel-Noten und mit ineinander verschlungenen Tempi. Mit solch dicht-expressiver Musik schafft Michael Wertmüller Zeit-Erfahrungen der fast übersinnlichen Art: von «Dunkel-Zeiten» (1992) über «die zeit. eine gebrauchsanweisung» (2000) oder «time. in prog.» (2008) bis «Zeitschrei» (2011).

Gespielt werden Wertmüllers Stücke weltweit von klassischen Ensembles oder Bands wie dem Kölner Elektronikduo Mouse on Mars und dem Zürcher Avantcore-Trio Steamboat Switzerland. Mit diesem hat Wertmüller seine neueste Suite angedacht. Realisieren konnte er sie im Auftrag der Hochschule der Künste Bern, deren Schüler auch das aufführende Ensemble bilden. Dirigiert wird es vom britischen Komponisten Django Bates.

(Zueritipp)

Erstellt: 25.02.2015, 15:49 Uhr

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