Weihnachtlicher Geldregen über Spanien

2,2 Milliarden Euro hat die traditionelle Weihnachtslotterie im Krisenstaat ausgeschüttet. Allein in Leganés zogen über 80 Personen den Hauptgewinn. Ihr Gewinn fällt aber deutlich kleiner aus als letztes Jahr.

Feiern den Gordo: Die Besitzerin eines Lotteriegeschäfts in Leganés.

Feiern den Gordo: Die Besitzerin eines Lotteriegeschäfts in Leganés. Bild: Reuters

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Die traditionelle Weihnachtslotterie hat heute Gewinne von insgesamt 2,2 Milliarden Euro ausgeschüttet und dem krisengeschüttelten Land zwei Tage vor Heiligabend zu einer vorzeitigen Bescherung verholfen. Allerdings fiel der Geldregen etwas weniger üppig aus als im Vorjahr.

Da die Spanier infolge der Krise weniger Geld für Lose ausgeben, wurde die ausgeschüttete Gewinnsumme im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent reduziert. Ausserdem werden die Preise den Gewinnern in diesem Jahr erstmals nicht komplett ausgezahlt.

Von allen Gewinnen über 2500 Euro kassiert das Finanzamt ein Fünftel des Geldes als Steuer. Dies hatte die Regierung im Rahmen ihrer Sparpolitik zur Sanierung der Staatsfinanzen so entschieden.

Die vor 201 Jahren geschaffene Weihnachtslotterie ist die grösste und älteste Lotterie der Welt. Der Hauptgewinn von jeweils vier Millionen Euro, genannt «El Gordo» (der Dicke), entfiel auf die Lose mit der Nummer 62'246. Da alle Losnummern 160 mal verkauft wurden, wird auch der Hauptgewinn 160 mal ausgezahlt.

Geldregen über Arbeitervorstadt von Madrid

Der Geldregen ging bei der Ziehung über verschiedene Teile Spaniens nieder. Das Glück traf insbesondere die Arbeitervorstadt Leganés südlich von Madrid, wo mehr als die Hälfte der Lose mit der Nummer des «Gordo» verkauft worden waren.

«Mein Herz begann zu rasen, als ich hörte, dass der Hauptgewinn nach Leganes gehen sollte», sagte der 53-jährige Alfonso Martinez, der in diesem Stadtteil lebt. Tatsächlich war auch er unter den Gewinnern.

200 Euro

Auch in der baskischen Kleinstadt Mondragón in der Gegend von San Sebastián waren unter den Gewinnern zahlreiche Menschen, die sich mit dem unverhofften Geldregen aus finanziellen Notlagen befreien können: Der Ort hatte vor kurzem mit der Pleite einer grossen Firma für elektrische Haushaltsgeräte für Negativschlagzeilen gesorgt. Das zentrale Werk des Unternehmens in Mondragón stellte die Produktion ein, 2000 Arbeiter verloren ihre Jobs.

Die Weihnachtslotterie macht allerdings keine Gewinner zu Millionären. Da ein einzelnes Los 200 Euro kostet, begnügen die Spanier sich mit Zehntellosen, für die es dann auch nur ein Zehntel der jeweiligen Gewinnsummen gibt. Viele Spieler teilen sich auch Lose mit Freunden und Verwandten. (wid/sda)

Erstellt: 22.12.2013, 19:29 Uhr

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