Wetzikon mausert sich zur Hotel-Hochburg

Zu den beiden Hotelprojekten in der Schöneich gesellt sich ein drittes: Auf dem Areal des Restaurants Bahnhof in Unterwetzikon ist das 16. Ibis-Hotel in der Schweiz geplant.

Das Restaurant Bahnhof soll abgerissen werden. Ein sechstöckiger Hotelneubau soll hier hochgezogen werden.

Das Restaurant Bahnhof soll abgerissen werden. Ein sechstöckiger Hotelneubau soll hier hochgezogen werden. Bild: NATHALIE GUINAND

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Die Tage des ehemaligen Restaurants Bahnhof an der Rapperswilerstrasse 13 sind gezählt. Die heutige Bar No-Limits soll einem sechsstöckigen IbisHotel mit 71 Doppelzimmern weichen. Die Baueingabe erfolge in den nächsten Tagen, kündigt die weltweit tätige Hotelkette in einer Medienmitteilung an. 2009 soll mit dem Bau begonnen, 2010 sollen die ersten Gäste beherbergt werden.

Hinter dem Projekt stehen Erben des früheren «Bahnhof»-Wirts Edouard Witschi Tochter Marianne Suter und Sohn André Witschi. Die beiden gründen eine Gesellschaft, die als Bauherrin auftritt. Für die Planung zeichnet der auf Hotelbauten spezialisierte Wildberger Architekt Willy Suter verantwortlich. Der 57-jährige André Witschi ist einer der bekanntesten internationalen Hotelmanager mit Schweizer Wurzeln und gilt als Koryphäe in der Hotellerie Europas. Derzeit ist er Chef der in Frankfurt ansässigen Steigenberger Hotels. Zuvor war er Deutschland-Chef der Accor-Gruppe, zur der die Ibis-Kette gehört.

Witschi: «Idealer Hotelstandort»

Dass André Witschi dort investiert, wo er aufgewachsen ist, hat seinen guten Grund: «Das Areal des Restaurants Bahnhof in Unterwetzikon ist wegen seiner Nähe zum Bahnhof und damit zum Wirtschaftsraum Zürich ein idealer Hotelstandort», ist er überzeugt. Auch für die Wetziker und Zürcher Oberländer Unternehmen und deren Partner sei «ein komfortables Hotel der beliebten und bekannten Economy-Marke Ibis in bequemer Distanz» ein Vorteil. Wie viel Witschi und Suter investieren, bleibt ihr Geheimnis. Die Gesamtinvestition betrage mehrere Millionen, heisst es in der Medienmitteilung nur. Der Bauauftrag werde ausgeschrieben, ergänzt Architekt Suter, der unter anderem auch das Ibis-Hotel in Winterthur geplant hat. In der Regel baue das Hotel dann ein Generalunternehmer zu einem fixen Preis.

Das Bahnhöfli-Areal liegt in der Zentrumszone, die eine grosse Baumasse erlaubt. Auf einer Grundfläche von 350 Quadratmetern sind laut Suter über einer Tiefgarage ein Erdgeschoss und fünf Obergeschosse mit standardisierten Zimmern geplant. Sie sind klimatisiert, verfügen über ein französisches Bett, Badezimmer mit Dusche und Toilette, einen Arbeitsplatz mit Telefon und Internetanschluss sowie einen Farbfernseher. Im ganzen Haus kann eine drahtlose Internetverbindung aufgebaut werden. Unter- und oberirdisch plant Suter insgesamt 20 Parkplätze.

Drei neue Hotels auf engstem Raum

Ibis-Hotels sind beliebte Unterkünfte für Geschäftsreisende, Tagungsteilnehmer, aber auch Touristen und Besucher von Familien in der jeweiligen Region. Sie bieten einen Rund-um-die-Uhr-Service und sind bekannt für ihr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Zum Frühstück steht von 6 bis 10 Uhr für 15 Franken ein umfangreiches Buffet bereit. Hinzu kommen Services für Früh- (4 bis 6 Uhr) und Spätaufsteher (10 bis 12 Uhr) sowie eine Bar, an der zu jeder Tages- und Nachtzeit Getränke sowie Snacks serviert werden.

Nicht weit vom künftigen Ibis sind zwei weitere Hotels geplant. Am weitesten gediehen ist ein Projekt der Wirnsperger Generalunternehmung aus dem schwyzerischen Bäch. Sie will im Industrie- und Gewerbegebiet Schöneich an der Grubenstrasse ein siebenstöckiges Gebäude mit 66 Zimmern, vier Seminarräumen, Restaurant und Bar hochziehen; Ein Hotel ebenfalls vorwiegend für Businessleute mit «vier- bis fünf Sternen im Preissegment von drei Sternen», wie Firmeninhaber Peter Wirnsperger verspricht. Wirnsperger, der im Herbst 2007 bereits ein Motel in Fehraltorf eröffnete, hat im Juni ein Baugesuch eingereicht.

Gleich nebenan ist auf dem heutigen Ausweichparkplatz für Grossanlässe im Sport-, Messe- und Eventzentrum Meierwiesen ein Drei-Sterne-Businesshotel einer ebenfalls bekannten Hotelkette geplant, deren Name aber noch unter Verschluss gehalten wird. Als Generalunternehmerin tritt die Halter AG aus Zürich auf, die das 3143 Quadratmeter grosse Grundstück von der Stadt Wetzikon für mindestens 1,414 Millionen Franken kaufen will.

Bedürfnis ist vorhanden

Ob in Unterwetzikon gleich drei neue Hotels ihre Betten werden füllen können, darüber gehen die Meinungen auseinander. Diverse Studien seien zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen, sagt Gemeindeschreiber Marcel Peter. Der Gemeinderat wolle den Markt entscheiden lassen. Für den Fall, dass auf dem städtischen Grundstück doch kein Hotel gebaut wird, hat sich die Behörde ein Rückkaufsrecht zum selben Preis ausbedungen.

Dies werde nicht nötig sein, ist Hotelarchitekt Willy Suter überzeugt. Das Bedürfnis für die zusätzlichen Hotelbetten sei ausgewiesen. «Wetzikon ist seit einiger Zeit für mehrere Hotel-Investoren ein Thema», weiss er. «Zu lange ist hier nichts passiert.» Nicht nur die florierenden Unternehmen im Oberland suchten Hotelbetten für Geschäftsreisende, auch in der Stadt Zürich sei die Nachfrage nach Betten «riesig». Dank der S-Bahn könne Unterwetzikon davon profitieren. «Es ist schneller erreichbar als manches Stadtquartier.»

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.09.2008, 21:50 Uhr

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