Widerstand gegen Radweg bleibt

Rund 180 Bäume sollen für die Weiterführung eines Radweges von Wallisellen nach Bassersdorf fallen. Der Kanton hat grünes Licht gegeben, doch die Gegner wollen die Rodung verhindern.

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Vergangene Woche gab der Zürcher Regierungsrat bekannt, die Lücke im Radwegnetz zwischen Wallisellen und Bassersdorf für 1,6 Millionen Franken zu schliessen. Gleichzeitig soll die gefährliche Kreuzung auf der Strecke durch Verkehrsinseln entschärft werden. Der Beschluss bedeutet das Ende für rund 180 Bäume entlang der Alten Winterthurerstrasse. Die Rodung der zahlreichen alten Buchen ist einer Gruppe von Dietlikern aber ein Dorn im Auge.

Gestern erhielten die Wortführer der Gegner, das Ehepaar Flach, den Beschluss per Post zugestellt. «Wir sind an der Erhaltung des Waldes interessiert», sagt Margrit Flach. Im Herbst vor zwei Jahren hatten sie zusammen mit acht weiteren Privatpersonen aus Dietlikon Einsprache gegen den Radwegbau erhoben. Die Einwände wurden zwar vom Kanton angeschaut, aber bei der Ausarbeitung der Pläne nun nicht berücksichtigt.

Die Bäume des Anstosses

Flach kritisiert, dass es keine Erhebungen zum Radfahreraufkommen auf besagter Strecke gebe, und bezweifelt, dass dort am Waldrand überhaupt Bedarf nach einer neuen «Rennstrecke für Velos» besteht. Die Linienführung des drei Meter breiten Radweges, der zwei Meter neben der Strasse zu liegen käme, sei sowieso falsch.

Flach fordert stattdessen, dass der schmale Gehweg, der einige Meter zurückversetzt im Wald verläuft, verbreitert wird und einen feinen Kiesbelag, aber «keine Asphaltdecke» erhält. «Dass die stattlichen Bäume durch herabstürzende Äste eine Gefahr für Autos darstellen, kann ich einfach nicht gelten lassen», so Flach. Sonst müsse man ja in der ganzen Schweiz die Waldränder abholzen, meint sie. Flach ist fest entschlossen sich weiter gegen die Pläne des Kantons zu wehren und kündigte bereits einen neuerlichen Rekurs an. «Die Kreuzung kann ja deswegen doch sicherer gemacht werden, dagegen haben wir ja nichts.»

Martin Baggenstoss, zuständiger Planer des Kantons widerspricht: «Wir können die Kreuzung nicht bauen, ohne eine Rodungen vorzunehmen.» Zudem seien so alte Bäume direkt am Strassenrand «sowieso nicht mehr zeitgemäss», erklärt er weiter. Heute werde ein «gestufter Waldrand» propagiert, was sicherer und naturnaher sei. Zum Wunsch der Gemeinde Dietlikon einen Kreisel zu bauen, sagt Baggenstoss: «Einerseits wollen wir die Querverbindung DietlikonKloten durch bessere Zufahrten in die Kantonsstrasse nicht fördern, und andererseits ist ein Kreisel viel teurer und braucht mehr Land.»

Die Gemeinde könne ohne Kreisel leben, sagt der Dietliker Bereichsleiter für Infrastruktur und Unterhalt, Cumhur Kaptan. Er ärgert sich vielmehr, dass der Unfallschwerpunkt nicht durch eine Temporeduktion entschärft wird. «Es ist wie beim russischen Roulette nur eine Frage der Zeit, bis es wieder knallt.» Darum will Kaptan nicht aufgeben und sich bei der Kantonspolizei für eine Temporeduktion auf 60 Stundenkilometer stark machen.

Geplant ist, bis März 2009 die Rodung vorzunehmen, der Radweg und die Kreuzung könnten – ohne weitere Verzögerung – im Dezember 2009 fertig sein. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.10.2008, 22:06 Uhr

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