Wüstenschiffe auf der Dielsdorfer Rennbahn

Normalerweise sitzt sie im Sattel edler Rennpferde. Am Sonntag schwingt sich die Dielsdorferin Natalie Friberg aufs Dromedar. Mit Sam bestreitet sie das erste Kamelrennen der Schweiz.

Dromedar Sam wird als Routinier ins Rennen gehen, in seinem Sattel die Novizin des Kamelrennens: Natalie Friberg.

Dromedar Sam wird als Routinier ins Rennen gehen, in seinem Sattel die Novizin des Kamelrennens: Natalie Friberg.

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Seit 13 Jahren tritt Natalie Friberg im Sattel rassiger Pferde bei Rennen an. Am Sonntag tauscht sie den Pferdesattel gegen ein Kissen hinter dem Hocker des Dromedars Sam. «Ich war schon immer ein grosser Fan dieser Wüstenschiffe», schwärmt die Dielsdorferin. So besitze sie seit Jahren schon ein Plüschkamel. Das für sie unfassbare Wesen der Dromedare sei faszinierend. «Es ist schwierig zu verstehen, wie sie ticken – ihre Art ist irgendwie unergründlich, aber so friedlich.»

Fribergs Freund schenkte seiner Liebsten kürzlich einen Besuch auf Bens Kamelranch in Schleitheim. Nach ihrer Rückkehr tat Friberg der Dielsdorfer Rennleitung ihr Interesse kund, am geplanten Kamelrennen teilzunehmen. Und am vergangenen Dienstag schwang sie sich erstmals in Sams Sattel. «Er ist für mich seither nicht mehr einfach ein Dromedar, sondern eben Sam», sagt die 34-Jährige schmunzelnd. Natürlich sei es kaum möglich in vier Tagen eine Beziehung zum höckerigen Wallach aufzubauen. Die Bezugsperson bleibe der in Schleitheim heimische Tunesier Ben Kamel. «Ich freue mich aber jedes Mal, ihn zu sehen.»

Ein Routinier nimmt es gemütlich

Fünf Dromedare werden am Sonntag um 15.30 Uhr im Rennen Preis der Zunft zum Kämbel auf der Dielsdorfer Rennbahn am Start stehen. «Ich habe anlässlich der Trainings festgestellt, dass ich hinter dem Höcker eines Routiniers sitze.» Während in Sams Sattel eine Kamelrennen-Novizin sitzt, treten die anderen vier Wüstenschiffe mit erfahrenen Kameljockeys an. Statt auf einem Sattel sitzt Friberg hinter dem Höcker auf einem Kissen, vorne und hinten gestützt durch ein «Gestell». «Das ist aber der Touristensattel. Die anderen Reiter müssen mit noch weniger auskommen.» Im Unterschied zu Pferden haben die Dromedare während des Rennens keine Trensen im Mund. «Weil zudem ihr Hals so lang und biegsam ist, kann der Reiter weniger Einfluss nehmen als dies bei Rennpferden der Fall ist», vergleicht Friberg. Dies stelle sie fest, wenn sie nach links reiten wollte und Sams Kopf in die gewünschte Richtung lenkte. «Wenn ihm nicht danach ist, kann er den Hals so verrenken, dass er rückwärts schaut und noch immer vorwärts geht.» Ihr Ziel sei es, am Sonntag ihr Bestes zu geben, so erwarte sie viel von sich selbst. «Primär will ich aber, dass mein Renn-Opa Spass am Laufen auf der Dielsdorfer Bahn hat.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 03.10.2008, 22:25 Uhr

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