Zürcher Schüler lernen von elektronischen Wandtafeln

Im neuen Schulhaus Sennhof bei Winterthur ist bald Schluss mit quitschenden Kreiden. Eine elektronische Wandtafel ersetzt dort bei Schulbeginn die Schiefertafel.

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In den sechs Klassenzimmern des neuen Schulhaus Sennhof hängen bei Schulbeginn interaktive Wandtafeln. Die Lehrer werden zwar immer noch vor der Klasse stehen, in der Hand halten sie aber keine Kreide mehr, sondern einen batteriebetriebenen Stift.

Diesem Stift können sie verschiedene Rollen zuweisen: Er kann beispielsweise Radiergummi sein, dicker Filzstift oder Farbstift, wie Benedikt Haupt von der Winterthurer Materialverwaltung auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Sobald der Lehrer auf die Wandtafel «schreibt», erkennt das System die Bewegung des Stifts und lässt Schrift oder Zeichnung auf der Tafel erscheinen, sagte Haupt weiter.

Computer des Lehrers wird an Beamer angeschlossen

Arbeitsblätter und Vorlagen werden über einen Beamer auf die weisse Oberfläche projiziert. Der Lehrer bereitet sich ausschliesslich am Computer vor und schliesst diesen für die Lektion am Beamer an. Vollgeschriebene Tafeln können im PDF-Format abgespeichert, ausgedruckt oder an einem anderen Tag wiederverwendet werden. Für den Fall, dass der Strom ausfällt oder für das Aufhängen von Bildern stehen in den Klassenzimmern aber immer noch magnetische Tafeln alter Schule zur Verfügung.

Kosten: rund 14'000 Franken

Die Kosten für die elektronische Aufrüstung betragen pro Schulzimmer rund 14 000 Franken. Laut Schulvorsteherin Pearl Pedergnana entspricht dies etwa den Kosten für eine konventionelle Schulzimmereinrichtung mit Wandtafel, Hellraumprojektor, Diaprojektor, Fernsehgerät, DVD-Player, Kartensatz und Moltonwand. Das neue Gerät ersetzt alle diese Geräte und Hilfsmittel.

Die Lehrer des Schulhauses Sennhof seien für die neue Technologie sehr offen gewesen, sagt Pedergnana. «Diese Tafel bietet den Lehrern viele Möglichkeiten und erleichtert die Arbeit.» Auch für die Schüler sei das System spannend. So könnten beispielsweise Ergebnisse, die ein Schüler an die Tafel geschrieben habe, als Merkblätter für alle ausgedruckt werden.

Geplant im Schulhaus Leutschenbach

Das Schulhaus Sennhof ist eines der ersten Schulhäuser im Kanton Zürich mit der neuartigen Ausrüstung. Bisher sind solche Tafeln nur im Neubau der Kantonsschule Küsnacht in Betrieb. Geplant sind sie aber für das Schulhaus Leutschenbach in Zürich, welches im Herbst 2009 eröffnet werden soll.

Laut Marc Caprez, Sprecher des Stadtzürcher Schul- und Sportdepartementes, prüft man momentan, welches System im Schulhaus Leutschenbach verwendet werden soll. «Diese Technik ist noch jung, und nicht alle Produkte sind überzeugend», sagt er.

Ein flächendeckender Einsatz ist in Zürich nicht geplant. «Das erlauben unsere finanziellen Mittel nicht.» Zudem gebe es auch Widerstände gegen die Hightech-Tafeln, hauptsächlich von gestandenen Lehrern. (tif/sda)

Erstellt: 12.08.2008, 10:25 Uhr

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