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Nach Verzögerungen wegen CoronaNun fährt das neue Flexity-Tram

Die Pandemie hat die Auslieferung des jüngsten Modells verzögert. Wer es in Zürichs Strassen antreffen will, braucht noch ein wenig Glück.

Vor fast einem Jahr wurde das Flexity-Tram eingeweiht, jetzt kommt das erste in den Regelbetrieb.
Vor fast einem Jahr wurde das Flexity-Tram eingeweiht, jetzt kommt das erste in den Regelbetrieb.
Foto: Anna-Tia Buss

Seit Donnerstag können die ersten Passagiere mit einem Flexity-Tram durch Zürich fahren. Sie brauchen aber eine Portion Glück, denn das Tram mit der Seriennummer 4001 hat noch keinen eigenen Platz im Fahrplan. Es fährt ausserplanmässig auf verschiedenen Linien. Ab Montag soll es dann für rund 25 Tage die Linie 11 bedienen, bevor es – sofern die Tests erfolgreich verlaufen – definitiv auf die Linie 4 wechselt. Zwei weitere Flexity-Trams sind ebenfalls bereits in Zürich ankommen und sollen laut VBZ in den nächsten Wochen in Betrieb genommen werden.

Es ist ein Lichtblick für die VBZ, denn den Verkehrsbetrieben fehlen die Trams. Jedes ausfallende Fahrzeug schmerzt – etwa das Cobra-Tram, das am Montag von einem Lastwagen gerammt wurde. Bereits im vergangenen November spitzte sich die Tramknappheit so stark zu, dass die VBZ den regulären Fahrplan aufheben, das Netz ausdünnen und die Tramlinie 17 bis auf weiteres einstellen mussten (lesen Sie hier mehr).

«Mit der schrittweisen Inverkehrsetzung der Flexity-Trams wird sich in den nächsten Monaten auch die angespannte Fahrzeugsituation langsam wieder entspannen», schreiben die VBZ. Trotzdem behält der Überbrückungsfahrplan noch seine Gültigkeit. «Die VBZ planen eine Rückkehr zum Normalfahrplan, sobald es die Fahrzeugsituation erlaubt.» Nach eigenen Angaben im Sommer 2021.

Lesen Sie auch unser Porträt: Sie hat das neue Zürcher Tram gestaltet

Jahrelange Verzögerungen

Das erste neue Flexity-Tram hätte eigentlich schon vergangenen Sommer vom Test- in den Regelbetrieb wechseln sollen. Dass daraus nichts wurde, haben die VBZ mit Corona begründet: Die Pandemie habe die Lieferketten von Hersteller Bombardier und seinen Zulieferern beeinträchtigt. Zudem hätten die Corona-Schutzbestimmungen in der Schweiz die Arbeiten für die Inbetriebnahme, das Testen und die finale Abnahme der ersten Fahrzeuge ausgebremst (lesen Sie hier mehr).

Die Verzögerungen bei der Trambeschaffung haben aber schon viel früher angefangen. Die ersten Flexity-Trams hätten eigentlich bereits 2016 durch die Stadt rollen sollen. Aber Gerichtsverfahren und Unstimmigkeiten mit dem ZVV verzögerten das 2011 lancierte Projekt.

shu/hwe

35 Kommentare
    Kurt Wetter

    Warum muss eigentlich jede Stadt ein eigenes Tram entwickeln? Ist wohl eine reine status- und Prestigesache