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«Die Einschätzung des IWF ist weitaus dramatischer»

Ein gestern bekannt gewordenes Papier des IWF räumt die Möglichkeit eines Schuldenschnitts ein. Redaktion Tamedia-Wirtschaftsexperte Markus Diem Meier erklärt, was das für Deutschland heisst.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hält einen temporären Austritt Griechenlands nach wie vor für das Beste, hat er heute erklärt, da ein Schuldenschnitt mit den Regeln der Eurozone nicht vereinbar sei. Gestern nun hat der Internationale Währungsfonds ein Papier veröffentlicht, in dem er die Lage in Griechenland sehr kritisch einschätzt. Seit der Schliessung der Banken habe sie sich dramatisch verschlechtert, und die Verschuldungslage sei noch instabiler geworden als noch vor wenigen Wochen angenommen.

Experten schliessen daraus, dass der IWF einen Schuldenschnitt nicht mehr länger ausschliesst. Da die Staatschefs in ihrer Einigung vom Montag klargemacht haben, dass eine Beteiligung des IWF für ein weiteres Hilfspaket zwingend sei, bringt sie das in ein Dilemma. Denn am Montag hielten sie ebenfalls fest, dass es keinen Schuldenschnitt geben dürfe, höchstens eine Streckung der Rückzahlungsfristen. Allerdings müssten dabei völlig unrealistische Bedingungen eingehalten werden, zum Beispiel müsste Griechenland das höchste Produktivitätswachstum in der Eurozone hinlegen.

Fraglich bleibt, ob und wie die Euroländer dem IWF in Sachen Schuldenschnitt entgegenkommen können und wollen. Und wie der IWF reagiert, wenn sie sich weiterhin weigern.

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