Auf Aeschi warten unbequeme Fragen

Thomas Aeschi gilt als Kronfavorit im Kampf um den zweiten SVP-Bundesratssitz. Die Verstrickung seines Arbeitgebers mit der NSA sowie eine Strafanzeige könnten ihn aber belasten.

Ungemach für Thomas Aeschi: Der SVP-Bundesratskandidat an einer Pressekonferenz in Bern am 20. November 2015.

Ungemach für Thomas Aeschi: Der SVP-Bundesratskandidat an einer Pressekonferenz in Bern am 20. November 2015. Bild: Peter Schneider/Keystone

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Er hat selbst in der parteiinternen Ausmarchung Bündner Nationalrat Heinz Brand hinter sich gelassen: Thomas Aeschi ist neben dem Waadtländer Nationalrat Guy Parmelin und dem Tessiner Staatsrat Norman Gobbi offizieller SVP-Bundesratskandidat. Auch wenn dem 36-jährigen Zuger gute Chancen eingeräumt werden, einfach wird es für ihn nicht. So gibt unter anderem bei CVP und FDP zu reden, dass Aeschi weder beim Parlament noch auf seiner eigenen Webseite angegeben hat, dass sein Arbeitgeber bis 2008 zu einem Konzern gehörte, der für das US-Verteidigungsministerium und die NSA tätig ist.

Für den Konzern arbeitete unter anderem auch Whistleblower Edward Snowden. «Thomas Aeschi wird sich im CVP-Hearing kritische Fragen zu seinen beruflichen Verwicklungen stellen müssen», sagt CVP-Präsident Christophe Darbellay. Ähnlich tönt es bei Ignazio Cassis, dem neuen FDP-Fraktionschef. «Ich fand einfach nicht, dass mein Arbeitgeber für die Öffentlichkeit wichtig ist», kontert Thomas Aeschi im Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag».

Amtsgeheimnisverletzung?

Zu reden gibt im Weiteren die Strafanzeige gegen unbekannt, die der Gemeinderat von Aeschis Heimatgemeinde Baar erstattet hat. Es geht um einen Fall von Amtsgeheimnisverletzung, durch den die SVP des Kantons Zug Kenntnis von einer Bauanfrage erhielt, die – im Gegensatz zu einem Baugesuch – vertraulich zu behandeln ist. Bei dieser ging es offenbar darum, auf einem Stück Land in Baar Unterkünfte für Asylsuchende zu erstellen. Aeschi ist in dieser Angelegenheit Zeuge, allerdings war er es, der den Inhalt der Bauanfrage mit einem Leserbrief publik gemacht hat. (chi)

Erstellt: 22.11.2015, 04:32 Uhr

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