Ab jetzt ist es Zwängerei

Der Stadtrat von Baden hat sich zusammengerauft, die bürgerlichen Parteien aber geben keine Ruhe. Um Gerigate geht es da schon lange nicht mehr.

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Baden hat keinen halben Stadtammann mehr, Geri Müller kann wieder mitregieren. Fast zwei Monate hat der Stadtrat für einen Mediationsprozess gebraucht, um Frieden zu machen. Doch sieht so eine Friedenserklärung aus?

Es ist von «rechtlichen Möglichkeiten» die Rede, von einer «pragmatischen Lösung». Kollegialität baut man darauf nicht auf. Wer ist der Sieger? Geri Müller, sturmerprobt wie er ist, hat die Situation offensichtlich ausgesessen. Damit seine Kollegen nicht dumm dastehen, darf er nicht mehr das Gesicht der Stadt sein.

Dass es seine Parteikollegin Ruth Müri ist, die von ihm das Standortmarketing übernimmt, ist immerhin Hinweis auf beiderseitige Kompromissbereitschaft. Sie war die Einzige, die beim Dossierentzug zu Müller gestanden ist. Ansonsten scheint man im Stadtrat lediglich wohl oder übel wieder zusammenzuarbeiten.

Stadtrat war schlecht beraten

Wer sich erinnert, wie zurückhaltend – und auch kollegial – sich der Stadtrat zu Beginn des Strauchelns ihres Ammanns verhalten hat, wundert sich immer noch über die Kehrtwende, die das Gremium vollzog, ohne dass neue Fakten rund um die Selfie-Affäre aufgetaucht waren.

Der Stadtrat war schlecht darin beraten, seine anfängliche Besonnenheit abzulegen. Doch ist er nun bereit, einen Schlussstrich zu ziehen. Wenn jetzt nicht Ruhe einkehrt, ist es nicht die Schuld Geri Müllers oder des Stadtrats, sondern der bürgerlichen Parteien. Ihr ständiger Ruf nach vorzeitigen Neuwahlen ist in der jetzigen Situation nur noch Zwängerei. Dabei ist Gerigate zum Vorwand für reine Parteipolitik geworden.

Erstellt: 07.11.2014, 14:29 Uhr

Hélène Arnet ist Redaktorin im Ressort Zürich des «Tages-Anzeigers».

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