Woran starb der Rentner?

Die Staatsanwaltschaft hat einen 54-jährigen Mann wegen fahrlässiger Tötung angeklagt – er soll nicht absichtlich den Tod eines 79-jährigen Rentners verursacht haben.

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Es war ein mysteriöser Fall, über den am 18. November 2017 die Stadtpolizei informierte. An jenem Samstagabend um 18.30 Uhr wurde die Einsatzzentrale von Passanten benachrichtigt, dass bei der Asig-Siedlung am Herbstweg in Zürich-Schwamendingen ein Mann nach einem Streit zwischen zwei Männern verletzt am Boden lag. Danach floh der unbekannte Täter mit einem weissen Minivan. Obwohl Sanität und Notarzt schnell an der Unfallstelle waren, verstarb das Opfer, ein 79-jähriger Mann, noch vor Ort.

Beim Toten handelte es sich um einen Schweizer. Der pensionierte technische kaufmännische Angestellte wohnte seit Jahren unweit des Tatorts im Hochhaus am Dreispitz. Der Rentner hatte in der Sammelgarage in der Asig-Siedlung am Herbstweg für sein Auto einen Parkplatz gemietet.

Streit wegen Falschparkierer

An jenem Abend war die Einfahrt zur Sammelgarage vom unbekannten Minivan-Fahrer blockiert gewesen. Dabei kam es laut Anwohnern zum handgreiflichen Streit zwischen dem späteren Opfer und dem Falschparkierer. Der Unbekannte schlug den 79-Jährigen während des Streits mindestens einmal, worauf das Opfer auf den Boden stürzte.

Die Polizei konnte den unbekannten Autofahrer am nächsten Abend an seinem Wohnort ausserhalb der Stadt im Kanton Zürich verhaften. Es handelt sich um einen 54-jährigen Schweizer mit südamerikanischen Wurzeln. Nun ist der Mann beim Bezirksgericht Zürich wegen fahrlässiger Tötung angeklagt worden, wie der zuständige Staatsanwalt auf Anfrage sagt. Zum geforderten Strafmass äusserte er sich nicht.

Todesursache unklar

Offenbar konnten die Rechtsmediziner nicht genau eruieren, warum der Rentner gestorben war. Es gebe medizinisch verschiedene Erklärungen für den Tod, sagt der Staatsanwalt. So sei unklar, ob die Gewalt direkte Todesursache war, oder ob der Tod Folge der Aufregung des Rentners war.

Laut dem Staatsanwalt liegt es nun am Gericht, festzustellen, ob der Tod des Rentners bei der Auseinandersetzung dem Angeklagten anzulasten sei. Bis dahin gelte für den Beschuldigten diesbezüglich die Unschuldsvermutung. Der Mann befindet sich auf freiem Fuss.

Erstellt: 15.01.2019, 16:49 Uhr

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