Acid im Cheminée

Ghost Culture will dem Londoner Fog entflohen sein. Im Club verströmt er kühle Romantik.

James Greenwood steht an der Wand und auf mehr Gefühl.

James Greenwood steht an der Wand und auf mehr Gefühl.

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London vor gut einem Jahr. Andrew Weatherall kommt unter Musikerkollegen über einen Act namens Ghost Culture ins Schwärmen. Nichts ahnend, dass ihm dieser gerade gegenübersteht. So geschah es James Greenwood alias Ghost Culture. Kein schlechtes Zeugnis für einen 24-jährigen Musiker, den bis vor kurzem noch keiner kannte. Denn was Weatherall sagt, hat Gewicht. Der Grossmeister verkörpert wie kein Zweiter die so britische Synthese aus Shoegazertum und Acid- House-Sozialisierung. Die Tradition, in der auch der Sound von Ghost Culture glitzert. Auf Phantasy hat Ghost Culture eine starke Basis gefunden: dem Label, das schon die Karriere von Daniel Avery mitlanciert hat – auch er ein Senkrechtstarter.

Aus dem Nebel komme er, sagt Ghost Culture, aus dem Londoner Fog. Und den Künstlernamen will er als Statement begriffen haben. Eine Metapher für die Oberflächlichkeit unserer Zeit. Weniger Technologie, mehr Gefühl: Da finden sich träumerische Gesten auf dem Debütalbum ein. Die Gitarrenballade «Glaciers» holt das Cheminée in den Club. Und der quirlige Synth-Pop von «Glass» mündet für ein paar Sekunden in Streicherseligkeit: ein Hauch von Serge Gainsbourgs «Je t’aime». Also keine Tanzplatte? Ghost Culture entzündet auch Acid-Lodern. «Answer» passt easy in die Grossraumdisco: episch, auf Arpeggios schwebend, angetranct. Und in der fünften Minute lauert kurz der Wahnsinn.

Am Start ist auch Headman aka Robi Insinna mit seinem postpunkigen 80er-Electro. Man freut sich: Der Zürcher Virtuose hat mit seinem Album 2014 das beste Schweizer Club-Album des Jahres geliefert. Mindestens.

Erstellt: 11.03.2015, 13:32 Uhr

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