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Film-Highlights der WocheAliens zügeln in die Vorstadt

In «Solar Opposites» versuchen Aliens, sich auf der Erde zu integrieren – mit wenig Erfolg. Dazu haben wir weitere aktuelle Streamingtipps.

Gehen den Nachbarn auf die Nerven: Die Aliens aus «Solar Opposites».
Gehen den Nachbarn auf die Nerven: Die Aliens aus «Solar Opposites».
Foto: Disney+

Solar Opposites

Animationsserie von Justin Roiland und Mike McMahan, USA 2020, 8 Episoden

Nachdem ihr Heimatplanet Shlorp von einem Asteroiden zerstört wurde, ist eine Familie von Aliens ins All geflüchtet und mit ihrem Raumschiff in einer irdischen Vorstadt gestrandet. Die Ausserirdischen sind alles andere als begeistert von diesem «menschenverseuchten Drecksloch», und die Nachbarn hassen die Neuankömmlinge ebenso sehr. Aber solange das UFO kaputt ist, müssen Korvo, Terry und Co. auf der Erde bleiben. Also integrieren sie sich, so gut es geht.

Die Serie stammt von Justin Roiland und Mike McMahan, die bereits an «Rick and Morty» gearbeitet haben – auch das war eine animierte Parodie auf das Science-Fiction-Genre, mit improvisierten Dialogen und vielen Obszönitäten. Die Storys um Zeitreisen, Parallelwelten und Weltenzerstörer waren mitunter extrem skurril. «Solar Opposites» dagegen funktioniert mehr wie eine normale Sitcom, zumindest in den ersten Episoden.

Da klonen Korvo und Terry einmal ein Maskottchen, weil sie endlich einen Freund wollen. «Wir können zusammen abhängen und den ganzen Tag über Menschen lästern!» Das Experiment läuft allerdings gründlich schief: Der Klon wächst zu einem riesigen Monster heran und legt die Gegend in Schutt und Asche. Noch schlimmer: Er findet Korvo und Terry total uncool.

Ab Di 23.2. auf Disney+

News of the World

Western von Paul Greengrass, USA 2020, 118 Min.

Paul Greengrass (Regie) und Tom Hanks (Hauptrolle) haben zusammen «Captain Phillips» gedreht, einen rasanten Thriller um die Entführung eines Schiffskapitäns. Im neuen Film des Gespanns geht es gemächlicher zu und her. Es ist ein Spätwestern, angesiedelt 1870 in Texas. Zwei Dinge machen ihn bemerkenswert. Erstens der Beruf der Hauptfigur: Hanks ist hier ein ehemaliger Südstaaten-Hauptmann, der wie ein Prediger von Siedlung zu Siedlung zieht, um den Menschen aus der Zeitung vorzulesen.

Und zweitens Hanks’ Schauspielpartnerin: Es ist die zwölfjährige Helena Zengel, die im deutschen Drama «Systemsprenger» als störrisches Kind brillierte und jetzt ein Siedlermädchen spielt, das von Indianern entführt wurde. Dieses ungewöhnliche Duo verleiht dem etwas vorhersehbaren Western doch einige intensive Momente. (ml)

Giochi d’estate

Drama von Rolando Colla, CH/I 2011, 101 Min.

Ein Campingplatz in der Toskana. Die Luft flirrt vor Hitze, die Maisfelder rauschen, die Beziehungslage ist angespannt. Eine Arbeiterfamilie aus Rom ist getrennt angereist, weil die Mutter (Alessia Barela) unter den Gewaltexzessen ihres Gatten (Antonio Merone) leidet. Der 12-jährige Sohn Nic (Armando Condolucci) behauptet unterdessen im Spiel mit Gleichaltrigen, keinen Schmerz zu empfinden, interessiert sich dann aber für Marie (Fiorella Campanella), die ihren Vater nie gesehen hat.

Das Drama von Rolando Colla – ausgezeichnet mit drei Schweizer Filmpreisen – ist eine emotionale Gratwanderung: Während in der Erwachsenenwelt Beziehungen zerbrechen, reift bei den Jugendlichen gerade erst der Wunsch nach Nähe und Verständnis heran. Das ist archaisch und sanft, liebevoll und grausam zugleich. (zas)

The Nice Guys

Krimikomödie von Shane Black, USA 2016, 116 Min.

«Papa, hier laufen Huren und so was rum.» – «Wie oft habe ich dir schon gesagt: Sag nicht: ‹und so was›.» So klingts, wenn der schusselige Privatdetektiv Holland (Ryan Gosling) mit seiner Tochter (Angourie Rice) 1977 an einer Poolparty in Hollywood aufkreuzt. Holland soll dort mit dem Schläger Jackson (Russell Crowe) eine verschollene Pornodarstellerin aufspüren. Aber dann kommts zu ganz anderen Komplikationen in dieser herrlich albernen Gangsterkomödie. (zas)

Auf Cinefile, Rakuten TV, Sky etc.


Sin señas particulares

Drama von Fernanda Valadez, Mex/E 2020, 97 Min.

Am letzten Zurich Film Festival hat «Sin señas particulares» den Spielfilmwettbewerb gewonnen – ein Drama aus Mexiko mit stillen, aber starken Bildern. Eine alte Frau (Mercedes Hernández) reist an die Grenze zu den USA. Hier ist ihr Teenagersohn verschwunden, der versucht hat, illegal nach Arizona auszuwandern. Die Frau trifft bei ihren Nachforschungen einen Rückkehrer, der von den US-Behörden ausgeschafft wurde und in seinem Heimatdorf nicht mehr willkommen ist. Oder einen indigenen Greis, der den Teufel gesehen hat. (ggs)

Auf Filmingo

Short of the Week

Seit 2007 gibts Short of the Week, eine Plattform aus New York, die das Kurzfilmschaffen fördern will. Da werden Beiträge aus der ganzen Welt hochgeladen, pro Woche mindestens einer. Vor kurzem zum Beispiel «The Lonely Orbit» von Team Tumult, einem Animationsfilmstudio aus Zürich. Ein Weltraumtechniker verbringt derart viel Zeit auf Messenger-Apps, dass er seine Aufgaben vernachlässigt, und prompt bricht der Satellit, auf den er aufpassen sollte, aus seinem Orbit aus. (ggs)

shortoftheweek.com