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Zürcher NeuerscheinungenAlles neu

Die ersten Bücher sind eingetroffen. Zürcher Autorinnen und Autoren machen den Frühling sehr lesenswert. Ein paar Tipps für die Lektüre.

Eine Frau erklärt ihre Welt: Autorin Nina Kunz mit ihrem neuen Buch.
Eine Frau erklärt ihre Welt: Autorin Nina Kunz mit ihrem neuen Buch.
Foto: Goran Basic

Agiler Kopf

Was ich zurzeit am liebsten lese: Wenn Frauen mir die (ihrige) Welt erklären. Nina Kunz’ Kolumne in «Das Magazin» ganz besonders: Bei der Lektüre habe ich stets das dankbare Gefühl, dass ein jüngerer, noch agilerer Kopf sich für mich Gedanken gemacht hat, die ich dann übernehmen, auf meine Lebenssituation anpassen und weiterspinnen kann. In «Ich denk, ich denk zu viel» sind Texte versammelt, die sich mit diffusen Sorgen der Gegenwart befassen. (pam)Nina Kunz: Ich denk, ich denk zu viel. Erzählendes Sachbuch. Kein & Aber, 208 S., 26 Fr. Erscheint am 16. März

Verlorenes Paradies

«Mein Gott, Kriminalromane sind da, um den Spinat zu bezahlen und die Butter, die dieses Gemüse braucht, damit man es schlucken kann», schreibt Friedrich Glauser 1938. Gerade ist sein letzter Roman «Der Chinese» erschienen, «mit einer Werbeseite, auf der alles steht, was ich gemacht habe – und das war nicht gerade schön, was ich mich auch zu sagen beeilt habe.» Da möchte man grad die Fülle neuer Briefe, Berichte und Gesprächsnotizen lesen, die Christa Baumberger für den neuen Dokumentenband gehoben hat. Viele Stimmen zum Schweizer Schriftsteller, der Wachtmeister Studer erfunden hat, aber auch Dada konnte, kommen hier zusammen.Friedrich Glauser: «Jeder sucht sein Paradies…» Briefe, Berichte, Gespräche. Limmat-Verlag, 520 S., 64 Fr. Buchvernissage u.a. mit der Herausgeberin Christa Baumberger: Livestream Di 9. Feb., 19.30 Uhr, aus dem Literaturhaus Zürich

Sie und er

«Fleisch». «Kuss». So hiessen ihre letzten Romane. Nun ist von Simone Meier, die einst für «Wochenzeitung» und «Tages-Anzeiger» als Kulturjournalistin gearbeitet hat, jetzt für das Nachrichtenportal «Watson» die schönsten Storys über das Leben an sich schreibt, ein neues Buch angekündigt: «Reiz». Es geht um Mann und Frau. Luca und Valerie. «Er hat noch alles vor sich, was sie schon hinter sich hat.» Und es geht natürlich, wie könnte es anders sein, um Sex und Liebe. Wie gesagt, das ist nur die Vorschau.Simone Meier: Reiz. Roman. Kein & Aber, 256 S., 28 Fr. Erscheint am 16. Feb.

Tödliche Strömung

Der Verlag, der Gabriela Kasperski zu seinen Autorinnen zählt, ist auf regionale Krimis spezialisiert. Im Angebot: Alpen-Krimi. Camping-Krimi. Eifel-Krimi. Franken-Krimi. Hinterm-Deich-Krimi. Mit der Zürcherin ist eine neue Note ins Programm gekommen. «Zürcher Filz», «Quittengrab», «Nachtblau der See» spielen alle in der Stadt und Umgebung. Weil Kasperski ihre Sommerferien gern in der Bretagne verbringt, findet auch diese Region ihren Niederschlag im Programm. «Bretonisch mit Meersicht» war der Anfang. Jetzt folgt «Bretonisch mit Aussicht», wieder mit der liebenswerten, leicht schusseligen Detektivin Tereza Berger. Gabriela Kasperski: Bretonisch mit Aussicht. Emon-Verlag, 256 S., ca. Fr. 18.90

Spazieren mit Hannah

«Penne al gorgonzola» bestellt Hannah Arendt in der Osteria in Verscio, dazu trinkt sie einen leichten Weissen. Und weil Denkende schlicht und einfach Gesellschaft beim Essen brauchen – das wusste schon Kant –, ist auch Barbara, die junge Freundin aus Bern, dabei. Eigentlich sind auch wir eingeladen, wenn Hildegard E. Keller, die Literaturwissenschaftlerin und Autorin, in ihrem ersten Roman von der Lebensreise der grossen Hannah Arendt erzählt. Sie bringt die Frau, die in die Abgründe eines Jahrhunderts geschaut hat, zurück ins Leben. «Damit sie mit uns, die wir heute leben, spazieren und zu uns reden kann.»Hildegard E. Keller: Was wir scheinen. Roman. Eichborn, 544 S., Fr. 32.50. Erscheint am 26. Feb.

1 Kommentar
    D. Aerne

    Nina Kunz, meine Lieblingsautorin, sie denkt viel nach, über das Leben, über sich selbst. Kann die Gedankenwelt dieser jungen Frau so gut nachvollziehen, auch wenn uns altersmässig mehr als eine Generation trennt. Im Magazin lese ich immer als erstes ihren Beitrag.