Zum Hauptinhalt springen

Kinder über Corona«Am meisten vermisse ich meine Kollegen»

Was machen Kinder den ganzen Tag? Was fehlt ihnen? Haben sie Angst vor dem Virus? Kids von 5 bis 14 antworten – und geben Tipps gegen Langeweile.

«Ich spiele jetzt öfter mit Mama und Papa»: Lisa (5)

Lisa ist gerne im Grünen. (Symbolbild)
Lisa ist gerne im Grünen. (Symbolbild)
Foto: Cultura RF, Getty Images

«Ich spiele gerade im Garten. Das habe ich schon vorher oft gemacht. Ich weiss nicht mehr, wieso ich nun nicht mehr so oft nach draussen darf. Ah doch, jetzt weiss ich es wieder: weil das Virus gefährlich ist. Deshalb spiele ich jetzt öfter mit Mama und Papa und weniger mit Freunden. Ab und zu treffe ich andere Kinder, die bei uns im Haus wohnen, zum Spielen. Aber nur ganz kurz und nur vor dem Haus. Manchmal ist mir auch langweilig. Dann sitze ich auf dem Sofa und warte, bis etwas passiert.

Mein Tipp gegen Langeweile: Ab und zu Fernsehen schauen. Das «Guetnachtgschichtli» zum Beispiel, das läuft auf SRF 1 um halb sechs Uhr abends.»

«Geht Pingpong spielen!»: Anton (8)

Wenn Anton Pingpong spielt, ist er glücklich. Trotz Corona. (Symbolbild)
Wenn Anton Pingpong spielt, ist er glücklich. Trotz Corona. (Symbolbild)
Foto: iStockphoto, Getty Images

«Am Morgen lerne ich für die Schule. Wir haben einen Plan mit Aufgaben aus verschiedenen Fächern. Papa und ich haben Regeln dafür abgemacht: fünf Aufgaben pro Tag. Unsere Klasse arbeitet mit Blättern und online. Am Nachmittag gehen wir mit der Familie Pingpong spielen, oder ich game. Am liebsten mag ich das Eishockeyspiel. Ab und zu telefoniere ich mit einem Freund. Aber sonst finde ich es etwas schwierig, Kontakt mit anderen Kindern zu halten. Wie meine Schwester Alessia habe ich auch keine Angst vor dem Coronavirus. Ich denke nicht so viel darüber nach.

Mein Tipp gegen Langeweile: Geht Pingpong spielen, das macht Spass!»

«Ich kann länger ausschlafen als sonst»: Alessia (11)

Alessia hat sich Bücherstapel zusammengestellt, damit sie immer etwas zum Lesen findet, sollte ihr langweilig werden. (Symbolbild)
Alessia hat sich Bücherstapel zusammengestellt, damit sie immer etwas zum Lesen findet, sollte ihr langweilig werden. (Symbolbild)
Foto: iStockphoto, Getty Images

«Ich habe begonnen, ein Corona-Magazin zu schreiben. Ich bin noch nicht sehr weit, aber bald sollen dort Tipps rein, was man so machen kann. Mehr will ich noch nicht verraten. Dann haben wir eine Liste mit Ideen gemacht, was wir mit der Familie alles unternehmen können. Wandern zum Beispiel. Ab und zu gehe ich raus, um Pingpong zu spielen. Aber ich brauche das Draussensein weniger als mein Bruder Anton. Wir haben zudem ein grösseres Familienprojekt mit unseren Cousins aus England gestartet. Sie bringen uns Englisch bei, wir ihnen Deutsch, eine halbe oder eine ganze Stunde pro Tag. Was wir neu gelernt haben, schreiben wir in ein Heft.

Trotzdem ist mir öfters langweilig als sonst. Was ich aber gut finde: Ich kann länger ausschlafen als sonst.Die Schule findet bei uns voll online statt, jeder hat ein Tablet mit nach Hause bekommen. Um mit meinen Klassenkollegen in Kontakt zu bleiben, haben wir alle ein Videochat-Programm runtergeladen. Dort unterhalten wir uns. Kürzlich hat eine Klassenkollegin auch eine Präsentation gehalten. Nun wollen wir uns eine gemeinsame Challenge ausdenken. Ob ich Angst vor dem Coronavirus habe? Nein. Ich finde es nicht beunruhigend und mache mir nicht zu viele Gedanken darüber. Sonst würde ich vielleicht noch Angst kriegen.

Meine Tipps gegen Langeweile: Ich habe alte Sachen von mir gesucht Farbstifte, Büechliund habe sie alle auf einem Tisch ausgelegt. Wenn mir langweilig ist, kann ich die Stapel durchschauen und finde immer etwas, womit ich mich beschäftigen kann. Oder ihr könnt schauen, was ihr backen könntet, etwas basteln, euch mit Youtube-Tutorials etwas Neues beibringen, zum Beispiel, wie man einen Rubik’s Cube löst.»

«Ich gehe mit meinem Pflegehund spazieren»: Valerie (11)

Zum Glück habe sie einen Pflegehund, sagt Valerie. Mit ihm geht sie täglich spazieren.
Zum Glück habe sie einen Pflegehund, sagt Valerie. Mit ihm geht sie täglich spazieren.
Foto: PD

«Am Morgen habe ich was für die Schule gemacht. Unsere Lehrerin hat uns eine Liste mit Websites geschickt, mit denen wir verschiedene Sachen lernen können. Mir gefällt es gut, dass ich mir die Zeit selbst einteilen kann. Ich kann Pausen einlegen, wann immer ich möchte. Wenn ich die Aufgaben gemacht habe, gehe ich spielen oder schaue fern. Die Reitstunden, die ich so mag, sind leider bis am 19. April abgesagt. Am liebsten aber gehe ich mit meinem Pflegehund draussen spazieren. Das mache ich jeden Tag anders als vorher. Am schwersten fällt es mir, dass ich meine Kollegen nicht mehr sehen kann. Aber wir haben uns einen Gruppenchat eingerichtet. Manchmal wird mir langweilig, zum Beispiel, wenn ich keine Lust mehr habe, Hausaufgaben zu machen.

Mein Tipp gegen Langeweile: Macht euch einen Stundenplan für den ganzen Tag. Dort könnt ihr eintragen, was ihr euch alles vorgenommen habt, nicht nur für die Schule, ganz verschiedene Dinge.»

«Das Reiten fehlt mir sehr»: Leonie (14)

Leonie sieht ihre Klassengspänli nun nicht mehr in der Schule, sondern im Videochat.
Leonie sieht ihre Klassengspänli nun nicht mehr in der Schule, sondern im Videochat.
Foto: PD

«Am Morgen arbeite ich jeweils für die Schule am Laptop, am Nachmittag auch nochmals eine bis zwei Stunden. Langweilig ist mir deshalb nicht bis jetzt. Wir kriegen genug Aufgaben. Diese erteilt uns der Lehrer über das Programm Office 365. Die Aufträge können wir dann alleine oder in Teams erledigen. Heute hatten wir zum ersten Mal eine Fragestunde per Videochat. Das war etwas komisch. Aber man gewöhnt sich bestimmt daran.

Wenn ich fertig bin mit den Aufgaben, koche und backe ich viel, übe jeden Tag Oboe und mache Sport mehr als vorher. Für die Work-outs zu Hause lasse ich mich vom Youtube-Clips inspirieren. Aber das Reiten fehlt mir sehr. Am meisten vermisse ich meine Freunde. Wir schreiben und telefonieren viel miteinander. Was ich gut finde, ist, dass ich jetzt Zeit für Sachen habe, die ich lange vor mir hergeschoben habe. Ich wollte zum Beispiel schon lange meinen Kleiderschrank ausmisten. Letzte Woche habe ich ein ganzes Buch gelesen.

Mein Tipp gegen Langeweile: Euer Zimmer umstellen und Sachen machen, die euch Freude bereiten.»