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Nach der AbstimmungAmerikaner nennen pikante Details zur Kampfjet-Offerte an die Schweiz

Das US-Aussendepartement informiert den Kongress über den möglichen Rüstungsdeal mit der Schweiz und listet dabei exakt auf, was alles verkauft werden soll – von der Anzahl Freifallbomben bis zu den Nachtsichtbrillen.

Der Preis, den die Amerikaner für den modernen F-35 (Lockheed Martin) wollen, scheint aggressiv. So sollen 40 Stück davon samt Bewaffnung  fast  eine Milliarde weniger kosten als die gleiche Stückzahl Super-Hornets (Boeing). (AP Photo/Wilson Ring, File)
Der Preis, den die Amerikaner für den modernen F-35 (Lockheed Martin) wollen, scheint aggressiv. So sollen 40 Stück davon samt Bewaffnung fast eine Milliarde weniger kosten als die gleiche Stückzahl Super-Hornets (Boeing). (AP Photo/Wilson Ring, File)
Foto: KEYSTONE

Jetzt ist bekannt, wie viele Waffen die Schweiz aus den USA bekäme, sollte sich der Bundesrat nächstes Jahr für einen amerikanischen Kampfjet entscheiden. Gemäss US-Recht hat das Aussendepartement (State Departement) den Kongress über geplante Waffenverkäufe ins Ausland zu informieren. Am 30. September betrafen drei detaillierte Mitteilungen den Verkauf neuer Kampfjets an die Schweiz sowie ein neues System zur bodengestützten Luftverteidigung (Bodluv).

Auffallend ist dabei, dass der Tarnkappen-Jet F-35 von Lockheed Martin deutlich günstiger sein soll als die ältere Super-Hornet (F/A-18) von Boeing. 36 vollständig ausgerüstete Super-Hornets und dazu vier leere Jets (wie es die Schweiz verlangt) sollen gemäss State Departement 7,452 Milliarden US-Dollar kosten. Das ist deutlich mehr als die 6 Milliarden Franken, denen das Schweizer Stimmvolk am Sonntag knapp zugestimmt hat. Es ist aber auch gegen 1 Milliarde mehr, als die Amerikaner für den F-35 wollen. Demnach sollen 36 Tarnkappen-Jets samt Bewaffnung plus vier leere Flugzeuge den USA Einnahmen von 6,58 Milliarden Dollar bringen, wie aus der Notifikation hervorgeht.

70 Boden-Luft-Raketen

Aus dem Papier über das angebotene Boden-Luft-Abwehrsystem Patriot (Preis veranschlagt mit 2,2 Milliarden US-Dollar) geht hervor, dass die Schweiz 70 Lenkwaffen des Typs Patriot MIM-104 E erhalten soll. Munitionsbestände von Armeen sind normalerweise geheim. Das ist aufgrund des geltenden amerikanischen Rechts bei der Schweizer Armee nun nicht mehr so, sollte sie sich für das US-Abwehrsystem entscheiden.

Das Angebot der Amerikaner beinhaltet auch 36 Bomben. Dabei handelt es sich um 12 Freifallbomben, 12 GPS-gelenkte Bomben und 12 gelenkte Gleitbomben. Erhalten soll die Schweiz auch 50 neue Luft-Luft-Raketen (Sidewinder) und Nachtsichtbrillen.

Kaj-Gunnar Sievert von der Rüstungsbehörde Armasuisse sagt dazu: «Die Kongressbenachrichtigung legt die maximale Menge an Verteidigungsausrüstung und den Dollarbetrag fest, welchen die USA einem Partner anbieten.» Für die Schweiz bedeute das, dass der Vertragswert nach den abschliessenden Verhandlungen geringer sein werde als in der Mitteilung publiziert.

248 Kommentare
    Sacha Meier

    Natürlich gibts den F-35 zum Schnäppchenpreis. War auch nicht anders zu erwarten, nachdem die Amerikaner selber die schwachen Flugleistungen im Vergleich mit anderen marktgängigen Typen festgestellt haben. Sogar die Chinesen mussten ihr Generikum J-20, bzw. Shen Yang FC-31 zuerst verbessern. Dazu kommt, dass die Zukunft des Luftkampfes bei den UAV/UCAV liegt. Die halten eben höhere G-Kräfte aus, als menschliche Piloten. Darum wurde schon im August im DOD (Pentagon) die Direktive erlassen, dass künftig jeder neue Militärjet auch, oder ausschliesslich unbemannt fliegbar sein muss. Weil unsere moderne, postindustrielle Schweizerische Konsumwirtschaftnation dem Stand der Technik stets 10…20 Jahre hinterher ist, werden wir auch erst frühestens in zehn Jahren merken, dass wir uns eigentlich nichts anderes, als Repräsentations-Nobelkarrossen für die Luftpolizeidienst zugelegt haben. Das wäre, wie wenn wir unsere Autobahnpolizei mit Bentleys ausrüsten würden. Wäre zwar ein Hingucker - aber ohne praktischen Mehrwert.