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Kommentar zur Art BaselDer Messe fehlt jegliches Konzept

Eines ist klar: Die MCH Group will James Murdoch als Grossaktionär. Alle anderen Pläne der Gruppe sind nebulös. Vor allem, was die 104 Millionen Kapital angeht.

Hauptsitz der Art Basel: Die Messehalle von Herzog & de Meuron ist zwar schön, aber so überflüssig wie ein Kropf.
Hauptsitz der Art Basel: Die Messehalle von Herzog & de Meuron ist zwar schön, aber so überflüssig wie ein Kropf.
Foto: Dominique Meienberg

Ob James Murdoch die Art Basel wirklich retten will, wie die Messe Schweiz behauptet, und was das denn heissen soll – wir wissen es nicht. Das hängt nicht nur an der Person des Investors, der einer Mediendynastie angehört, die für eine rechtskonservative, nationalistische und populistische Publizistik steht. Er sagt sehr wenig über seine Pläne.

Es hängt vor allem auch daran, dass der Kanton Basel-Stadt und der Verwaltungsrat der MCH Group mit Murdoch eine Strategie verfolgen, die diesen Namen nicht verdient. Das fängt schon mit der Kapitalerhöhung von 104,5 Millionen Franken an, die zuallererst den Besitz der jetzigen Aktionäre verwässert. Das geht weiter mit dem lächerlich geringen Preis von 10.50 Franken pro Aktie, mit dem der Kanton Basel-Stadt seine Bezugsrechte dem Milliardär andient. Ein Preis, der nichts anderes ist als eine Verschleuderung von Steuergeldern.

Die Art Basel könnte in fünf Jahren ohne weiteres in London stattfinden.

Und das findet seinen Höhepunkt dort, wo die Verlautbarungen der Messe immer dann unscharf werden, wenn es um Strategisches geht. Was macht man mit dem neu gewonnenen Geld? Was geschieht mit den leeren Messehallen im Kleinbasel? Was mit der 400 Millionen Franken teuren Messehalle von Herzog & de Meuron, die für die Baselworld errichtet worden ist und seit deren Untergang leer steht? Sie ist zwar schön, aber so überflüssig wie ein Kropf. Mit ihrem Bau hat sich der Verwaltungsrat der MCH Group ein für alle Mal disqualifiziert. Dennoch darf er weiterhin Luftschlösser entwerfen, die jeder Grundlage entbehren.

Was geschieht mit der Art Basel? Ihr Hauptsitz soll in Basel «erhalten» werden, heisst es. Immerhin. Aber das kann auch heissen, dass man das Kunstmessen-Imperium künftig einfach von Basel aus steuert. Die Königin aller Kunstmessen, die Art Basel, könnte in fünf Jahren ohne weiteres in London stattfinden, vielleicht mit einem regionalen Ableger in Basel. Ob das dann immer noch die Art Basel ist, die wir lieben, und ob das im Sinne der regionalen Entwicklung ist, wie sie dem Staat vorschwebt? Wir zweifeln daran.

3 Kommentare
    Dieter Klein

    Insbesondere der Verwaltungsrat mit seinem Präsidenten hat jegliches Vertrauen schon früher verspielt. Nur durch dessen Ignoranz scheint es möglich gewesen zu sein, dass das frühere Management, insbeondere der CEO, die MCH so ungalublich abgewirtschaftet hat. Dr VR gehört ausgetauscht!