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Himmelskörper im AnflugAsteroid rast sehr nahe an der Erde vorbei

Am 1. September kommt es zu einer Nahbegegnung mit einem interplanetaren Geschoss. Auch am Mittwoch ereignet sich ein Naturschauspiel – die Perseiden erreichen ihr Maximum.

Der Asteroid «2011 ES4» kommt der Erde näher als der Mond. Die beiden Himmelskörper aufgenommen von der japanischen Sonde Nozomi im Jahr 1998 aus 170’000 Kilometern Entfernung von der Erde.
Der Asteroid «2011 ES4» kommt der Erde näher als der Mond. Die beiden Himmelskörper aufgenommen von der japanischen Sonde Nozomi im Jahr 1998 aus 170’000 Kilometern Entfernung von der Erde.
Foto: SSI/STR (Keystone)

Asteroiden fliegen sehr häufig an der Erde vorbei – meist aber in recht grosser Entfernung. Näher kommt unserem Planeten Anfang nächsten Monats der Asteroid «2011 ES4». «Am 1. September bitte nicht zu weit aus dem Fenster lehnen», machte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit einem Tweet auf den Asteroiden aufmerksam. Dann sause «ein Mini-Asteroid ziemlich knapp an der Erde vorbei».

Bis auf rund 130'000 Kilometer – etwa ein Drittel der Distanz zwischen Erde und Mond – wird «2011 ES4» der Erde demnach nahe kommen. Sein Durchmesser werde auf 22 bis 49 Meter geschätzt, sagte Manfred Gaida von der DLR-Abteilung Erforschung des Weltraums. Da für den Asteroiden bisher erst wenige Messungen vorlägen, könne die genaue Grösse noch nicht genannt werden.

Der Asteroid werde den sogenannten Apollo-Asteroiden zugerechnet, von denen man inzwischen etwa 4000 Bahnen kenne. Mit «Nahbegegnungen», bei denen ein Asteroid innerhalb der Mondbahn an der Erde vorbeirausche, sei durchschnittlich 2,4 Mal pro Jahr zu rechnen, sagte Gaida.

Perseiden erreichen Maximum

Auch am Mittwoch kommt es zu einem Naturschauspiel – und zwar zu einem, das sich von blossem Auge beobachten lässt. Der alljährlich im August auftretende Perseiden-Sternschnuppenstrom erreicht sein Maximum. Pro Stunde sind in der Nacht auf Mittwoch 20 bis 50 Sternschnuppen zu sehen. In Gebieten ohne Lichtverschmutzung wären bis zu doppelt so viele sichtbar. Doch in Europa sind solche günstigen Beobachtungsbedingungen so gut wie nirgendwo gegeben. Ab Mitternacht erschwert zudem der abnehmende Halbmond die Sichtbarkeit der Perseiden, die auch als Laurentiustränen bekannt sind.

Sternschnuppen sind Staubteilchen mit einem Durchmesser von meist etwa einem Millimeter, die in die Erdatmosphäre eintreten und verglühen. Dabei erzeugen sie einen Leuchtschweif. Die Perseiden stammen von Partikeln des Kometen Swift-Tuttle, die er während seines Umlaufs um die Sonne hinterlässt. Die Erde durchkreuzt diese Partikelspur einmal im Jahr, die aus der Richtung des Sternbilds Perseus zu kommen scheint – daher der Name.