«Für mich ist es zu spät»

Zahlreiche Konservative wollen Ex-Premier Alain Juppé anstatt François Fillon als Präsidentschaftskandidaten. Dieser schliesst eine Kandidatur jedoch aus.

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Im Streit um die Präsidentschaftskandidatur des französischen Konservativen François Fillon hat Ex-Premierminister Alain Juppé eine eigene Kandidatur endgültig abgelehnt. Er stehe nicht als Ersatz für Fillon zur Verfügung, sagte der Bürgermeister von Bordeaux.

Er sei aber nicht mehr in der Lage, das konservativ-bürgerliche Lager hinter sich zu vereinen, sagte Juppé am Montag. «Für mich ist es zu spät.» Er verkörpere nicht den Aufbruch zu einer politischen Erneuerung, die von den Wählern gewünscht werde. «Deshalb bestätige ich ein für alle Mal, dass ich nicht Kandidat für die Präsidentschaft der Republik sein werde.»

«Was für eine Verschwendung»

Zugleich kritisierte er den in einer Scheinbeschäftigungsaffäre unter Druck geratene Fillon scharf. Dessen Verteidigungslinie, einen Komplott und eine versuchte «politische Ermordung» anzuprangern, habe ihn in eine Sackgasse gebracht. «Was für eine Verschwendung», sagte er mit Blick darauf, dass Fillon anfangs als Favorit der Präsidentenwahl im April und Mai gegolten hatte.

Zahlreiche Konservative hatten gehofft, dass Juppé den in Umfragen abgeschlagenen Fillon als Präsidentschaftskandidat ablösen könnte. Fillon selbst weigert sich aber, auf seine Kandidatur zu verzichten.

Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy regte am Montag ein Treffen mit Fillon und dem früheren Premierminister Alain Juppé an, um einen «würdevollen und glaubwürdigen Ausweg» aus der Krise zu finden. (kat/sda)

Erstellt: 06.03.2017, 10:46 Uhr

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