Amerikanische Juden sind stolz auf Obama

Barack Obamas Besuch in Israel wird von den Juden in den USA als Erfolg gepriesen. Der Präsident habe den richtigen Ton getroffen, sagen sie.

Mit der traditionellen jüdischen Kopfbedeckung, der Kippa: Barack Obama beim Verlassen der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. (22. März 2013)

Mit der traditionellen jüdischen Kopfbedeckung, der Kippa: Barack Obama beim Verlassen der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. (22. März 2013) Bild: Keystone

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Die jüdische Gemeinschaft in den Vereinigten Staaten hat überwiegend positiv auf Präsident Obamas Besuch in Israel reagiert. Selbst kritische Geister wie etwa Elliott Abrams, ehemals Mitarbeiter von George W. Bush und einer führenden jüdischen Neokonservativen, lobte den Präsidenten für seine Bekräftigung der israelisch-amerikanischen Allianz. Obamas Aussagen zum Atomstreit mit dem Iran seien «hart wie selten zuvor» gewesen, sagte Abrams, der den Iran-Falken in Washington zugerechnet wird.

Andernorts im politischen Spektrum der jüdischen Gemeinschaft machte sich sogar Stolz auf den Präsidenten breit: Bei seiner Ansprache am Donnerstag in Jerusalem habe der US-Präsident gezeigt, dass er mit jungen Israelis und jungen US-Juden «mehr gemeinsam habe als Bibi Netanyahu», schrieb Rob Eshman im Online-Magazin JewishJournal.com. Der Präsident habe nicht nur die Bindung an Israel bejaht, sondern den «israelischen Freunden auch harte Wahrheiten» gesagt, bewertete Jeremy Ben-Ami, Gründer der liberalen jüdischen Organisation «J Street», den Auftritt Obamas. Auch Ben-Ami spielte damit auf die Rede des US-Präsidenten vor jungen Israelis an, in der Obama für Verständnis für das Schicksal der Palästinenser geworben hatte.

Irritierte jüdische Gemeinschaft

Sogar die bisweilen dem demokratischen Präsidenten kritisch gegenüberstehende «Anti-Defamation League» pries Obama und bezeichnete dessen Besuch in Israel als «wahrhaft historische Bejahung der Freundschaft zwischen den Vereinigten Staaten und Israel». Insgesamt überwog der Eindruck, dass Obama in Israel den richtigen Ton getroffen habe. Überdies wurde von jüdischen Kommentatoren vermerkt, dass der Präsident und Premierminister Netanyahu pfleglich miteinander umgegangen seien. Das schwierige Verhältnis zwischen Obama und Netanyahu hatte in der Vergangenheit mehrmals zu Irritationen in der jüdischen Gemeinschaft gesorgt.

Jüdische Demokraten hatten es Netanyahu unter anderen verübelt, dass er im vergangenen Jahr während des US-Präsidentschaftswahlkampfs Obama kritisiert und damit den Eindruck erweckt hatte, für dessen republikanischen Herausforderer Mitt Romney einzutreten. Die Republikanische Partei versucht seit längerem, die traditionell den Demokraten nahestehende jüdische Gemeinschaft ins eigene Lager zu ziehen. Zwar erhielt Obama sowohl 2008 als auch 2012 eine Mehrheit der jüdischen Stimmen, doch wurde ihm von jüdischen Vertretern wiederholt vorgeworfen, nicht genügend israelfreundlich zu sein und beim Atomstreit mit dem Iran nicht entschlossen genug zu handeln.

Obamas Verteidiger in der jüdischen Gemeinschaft hatten wiederum darauf verwiesen, dass Israel in den ersten vier Amtsjahren Obamas über elf Milliarden Dollar Wirtschafts- und Militärhilfe erhalten habe. Auch bei den Vereinten Nationen habe sich die Obama-Administration stets als Freundin Israels erwiesen.

Erstellt: 22.03.2013, 19:56 Uhr

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