Deutsche ICE-T-Züge fahren vorerst nicht mehr

Die Deutsche Bahn zieht fast alle ihrer rund 70 ICE-T-Züge aus dem Verkehr. Der Grund ist, dass die ICE-Hersteller keine verlässlichen Garantien für die Zugachsen gegeben haben sollen.

Bis auf Weiteres nicht im Verkehr: ICE-T-Zug der Deutschen bahn.

Bis auf Weiteres nicht im Verkehr: ICE-T-Zug der Deutschen bahn. Bild: Keystone

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Die ICE-T-Züge werden ab Samstag vorerst nicht mehr verkehren. Laut Informationen der Nachrichtenagentur AP haben die Hersteller Siemens und Bombardier trotz nachdrücklicher Mahnungen der Deutschen Bahn (DB) keine verbindlichen Aussagen über die Haltbarkeit der in den ICE-T-Zügen verwendeten Achsen gegeben. Vor dem Entschluss hatte Bahnchef Hartmut Mehdorn die Hersteller Siemens und Bombardier ultimativ eben zu diesen Informationen aufgefordert. Die Bahn könne mit ständig wechselnden Einschätzungen zur Sicherheit keinen Fahrplan garantieren, hatte er argumentiert. «Wir sehen uns von der Industrie im Stich gelassen, die uns mit nicht belastbaren und unklaren Angaben konfrontiert», erklärte Bahnchef Mehdorn. Siemens hatte die Vorwürfe auch öffentlich zurückgewiesen.

Auch Strecke Stuttgart-Zürich betroffen

Ab Samstagmorgen stehen der Deutschen Bahn erheblich weniger Züge zur Verfügung. So kommt es zu Einschränkungen auf den Strecken Berlin-München, Wiesbaden-Dresden, Stuttgart-Zürich und Dortmund-Wien.

Informationen zu Ersatzfahrplänen sind ab sofort im Internet unter www.bahn.de/aktuell zu finden. Die SBB empfiehlt Reisenden zwischen Zürich und Stuttgart, sich im Internet zu informieren: www.sbb.ch/166. Wer seine Zugfahrt nicht antreten kann, kann sein Ticket nach Angaben der Bahn bis zum 30. November kostenlos umtauschen oder erstatten lassen. Zeitkarten würden anteilig erstattet.

Wer statt eines ICE mit einem Intercity fahren muss, erhält demnach die Differenz des Fahrkartenpreises. Bei Spar-Angeboten wird die Zugbindung aufgehoben, Fahrgäste können also auch auf andere Verbindungen ausweichen.

Anfällige Neigetechnik

Der Hochgeschwindigkeitszug ICE T ist seit 1999 in Betrieb. Er kann sich ähnlich wie ein Motorrad in die Kurve legen. Auf kurvenreichen Strecken ist er damit besonders schnell. Die elektrisch angetriebenen Züge sind nach Angaben der Bahn zwischen 133 und 185 Meter lang und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 230 Stundenkilometer.

Den ICE T - T steht für tilt-technology, den deutschen Begriff für Neigetechnik - gibt es in verschiedenen Varianten als fünf- und siebenteiligen Zug. Die Deutsche Bahn setzt die Züge vor allem auf den Strecken Dresden-Frankfurt am Main-Saarbrücken sowie Hamburg- Berlin-Leipzig-Nürnberg-München ein.

Probleme gab es unter anderem im März 2000, als ein ohne Insassen fahrender Zug am Lehrter Stadtbahnhof in Berlin aus den Schienen sprang. Ursache war ein defektes Rückschlagventil. Als Konsequenz zog die Bahn alle Intercity-Expresszüge mit Neigetechnik vorübergehend aus dem Verkehr und liess sie in Werkstätten der Hersteller umrüsten. (vin/ap/sda)

Erstellt: 24.10.2008, 18:30 Uhr

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