«Ghadhafis Sohn ist höchstwahrscheinlich tot»

Ein Arzt hat die Opfer des Bombenangriffs vom Wochenende untersucht. Eine Leiche habe dem Sohn Ghadhafis sehr ähnlich gesehen. Derweil gehen Gerüchte um, Ghadhafi setze Chemiewaffen ein.

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Die Regierung in Tripolis hatte am Wochenende berichtet, dass bei einem Raketenangriff des Bündnisses neben dem zweitjüngsten Sohn Ghadhafis, Saif al Arab, auch drei Enkel getötet worden seien. Dabei handelt es sich um die zweijährige Carthage, die Tochter von Ghadhafis Sohn Hannibal; die sechs Monate alte Mastura, Tochter von Ghadhafis Tochter Aisha; sowie den 15 Monate alten Saif Mohammed, Sohn von Ghadhafis Sohn Mohammed.

Der französische Arzt Dr. Gerard Le Clouerec berichtete, dass er am Sonntag die Leichen eines Erwachsenen sowie zweier Kinder im Green Hospital in Tripolis untersucht habe. Das Gesicht des Erwachsenen sei unversehrt gewesen und sei «im Vergleich mit dem Foto, das wir gesehen haben, höchstwahrscheinlich der Sohn Ghadhafis», sagte der Chirurg, der in der libyschen Hauptstadt eine Privatklinik betreibt. Der Mann habe einen dünnen Schnurrbart sowie einen Vollbart gehabt. Die beiden Kinder seien stark entstellt gewesen, sagte Le Clouerec.

Bislang hatte die libysche Führung es abgelehnt, die Namen der drei getöteten Kinder zu nennen. Man wolle die Privatsphäre der Familie schützen, hatte Regierungssprecher Mussa Ibrahim gesagt.

Weitere Tote bei Beschuss von Misrata

Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Ghadhafi haben heute erneut die von Rebellen gehaltene Hafenstadt Misrata beschossen. Der Aktivist Rida al Montasser erklärte, der Beschuss habe die ganze Nacht und bis in den Morgen gedauert. Zuvor hatte ein Arzt erklärt, am Sonntag seien bei ähnlichen Angriffen mindestens zwölf Menschen getötet worden.

Misrata wird seit zwei Monaten von Soldaten Ghadhafis belagert, hunderte Menschen sind bereits getötet worden. Al Montasser sagte, er habe Gerüchte gehört, dass die Regierungstruppen chemische Waffen einsetzen wollten. In der nahegelegenen Stadt Slitan hätten die Soldaten bereits Gasmasken verteilt.

Die Rebellen hätten ihren Übergangsrat in Bengasi aufgefordert, ebenfalls Gasmasken zu schicken. Misrata hat etwa 300'000 Einwohner und ist die einzige Bastion der Rebellen im Westen des Landes. (pbe/sda, dapd)

Erstellt: 02.05.2011, 13:31 Uhr

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