NSA plante Hackerangriffe auf App Stores – auch in der Schweiz

Überwachungssoftware in den App Stores von Google und Samsung: Das war der Plan des Geheimdienstes NSA, wie Snowden-Dokumente zeigen. Auch die Schweiz stand im Visier.

Operation «Irritant Horn»: Die NSA wollten Schadsoftware in App Stores schleusen (Archiv).

Operation «Irritant Horn»: Die NSA wollten Schadsoftware in App Stores schleusen (Archiv). Bild: Christian Beutler/Keystone

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Der US-Geheimdienst NSA soll Medienberichten zufolge Pläne für einen grossangelegten Hackerangriff auf die Vertriebsplattformen für Anwendungssoftware von Google und Samsung geplant haben. Die NSA habe das Vorhaben mit Verbündeten entwickelt.

Der Zusammenschluss der USA mit Grossbritannien, Kanada, Neuseeland und Australien sei unter dem Namen «Five Eyes» («Fünf Augen») bekannt, berichtet die Nachrichten-Website «The Intercept». Sie beruft sich auf ein Dokument, das der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden öffentlich gemacht habe.

Dem Bericht zufolge wurde das Vorhaben unter dem Namen «Irritant Horn» (etwa Reizmittel-Horn) in den Jahren 2011 und 2012 diskutiert. Die Geheimdienste hätten über Datenverbindungen zu den App Stores des US-Internetriesen Google und des südkoreanischen Elektronikkonzerns Samsung Schadsoftware auf Smartphones installieren wollen, um diese ausforschen zu können. Die Geheimdienste hätten auf diesem Weg auch Gegner mit Falschinformationen in die Irre führen können, hiess es weiter.

Auch Schweiz im Visier

Laut «The Intercept» lagen dem Vorhaben Sorgen mit Blick auf einen «weiteren Arabischen Frühling» oder andere Massenbewegungen zugrunde. Die Geheimdienste seien vor allem an Afrika und hier insbesondere am Senegal, Sudan und Kongo interessiert gewesen. Aber auch App-Store-Server in Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz, Russland, Marokko, Kuba und den Bahamas seien im Visier gewesen.

Auch der kanadische Sender CBC News veröffentlichte das Dokument. Die Geheimdienste hätten mit dem Eindringen in die App Stores Daten über mutmassliche Terroristen und andere Ziele sammeln wollen, wie ihre Online-Recherchen, Sim-Kartennummern und Standortdaten.

Der Bericht des kanadischen Senders CBC News.

Die NSA wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zunächst nicht zu den Berichten äussern. Google und Samsung lehnten einen Kommentar ab. (hvw/sda)

Erstellt: 22.05.2015, 07:09 Uhr

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