Pussy Riot wieder freigelassen

Die aus russischer Lagerhaft entlassenen Aktivistinnen der Punkband Pussy Riot sind nach eigenen Angaben am Rande der Olympischen Spiele vorübergehend festgenommen worden.

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Die Aktivistin Nadeschda Tolokonnikowa teilte heute über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, sie sei zusammen mit ihrer Bandkollegin Maria Alechina und einer dritten Aktivistin in Sotschi inhaftiert worden. Alechina bestätigte auf Twitter ihrerseits, festgenommen worden zu sein. Tolokonnikowa twitterte aus dem Polizeigewahrsam, sie seien lediglich in der Innenstadt von Sotschi spazieren gegangen. Bei ihrer Festnahme hätten die Sicherheitskräfte Gewalt angewendet.

«Im Augenblick der Festnahme haben wir keinerlei Aktionen gemacht, wir sind in Sotschi spazieren gegangen», schrieb Tolokonnikowa. «Wir sind in Sotschi mit dem Ziel, einen Pussy-Riot-Protest aufzuführen. Das Lied hat den Titel: ‹Putin wird euch lehren, das Mutterland zu lieben›.» Sie teilte weiter mit, dass sie und Alechina bereits am Sonntag zehn Stunden festgehalten worden seien. Heute waren die beiden Frauen in einer Polizeiwache in Adler in Gewahrsam, wo sich der Olympiapark befindet. Gegen sie wurden zunächst formell keine Beschuldigungen erhoben.

Erste Aktivisten wieder freigelassen

Den beiden Frauen werde Diebstahl vorgeworfen, sagte Semjon Simonow, der Leiter der örtlichen Filiale der Menschenrechtsorganisation Memorial, der nach eigenen Angaben bei der Festnahme anwesend war. Angeblich wird der Vorwurf von einem Hotel erhoben. Auch mehrere andere Aktivisten seien von der Polizei in Gewahrsam genommen worden. Gleiches teilt Evgeni Feldman, Journalist bei der Zeitung «Nowaja Gazeta» mit. Von sieben weiteren Personen war zwischenzeitlich die Rede. Drei davon sollen inzwischen aus der Haft entlassen worden sein. Auch Nadeschda Tolokonnikowa und ihre Bandkollegin Maria Alechina verliessen mittlerweile die Polizeistation, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Auch alle weiteren festgenommenen Regierungskritiker wurden unterdessen freigelassen. Unter ihnen Evgeni Feldman, wie dieser via Twitter mitteilte.

Angeblich verschickt aus dem Polizeiwagen: Ein Tweet von Maria Alechina.

Tolokonnikowa und Alechina hatten im Februar 2012 an einem «Punkgebet» in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale teilgenommen, das sich gegen den heutigen russischen Präsidenten Wladimir Putin richtete. Sie wurden darauf wegen «Rowdytums» zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt. Im Dezember kamen sie durch eine Amnestie vorzeitig frei.

Die beiden Musikerinnen hatten vor kurzem die USA besucht, wo sie an einem Konzert der Menschenrechtsorganisation Amnesty International teilnahmen. (ldc/AFP/sda)

Erstellt: 18.02.2014, 11:35 Uhr

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