Tausende fordern Neuwahlen in Grossbritannien

In London hat eine Protestbewegung gegen die britische Regierung demonstriert. Vorbild: die französischen Gelbwesten. Diese gingen abermals auf die Strasse.

Vorbild Gelbwesten: Tausende haben in London gegen die britische Regierung demonstriert. Bild: Getty

Vorbild Gelbwesten: Tausende haben in London gegen die britische Regierung demonstriert. Bild: Getty

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Tausende Demonstranten haben in London nach dem Vorbild der französischen Gelbwesten gegen die britische Regierung demonstriert. Sie forderten am Samstag angesichts des Brexits ein Ende der Sparpolitik und eine Neuwahl.

Dem Aufruf der Kampagne «The People's Assembly Against Austerity» folgten auch Politiker und Gewerkschafter aus weiten Teilen des Landes. Etwa 5000 bis 10'000 Demonstranten hätten teilgenommen, sagte eine Sprecherin der

Die Sparpolitik und der Brexit haben den Organisatoren zufolge die Nation geteilt. «Seit die Tories die Macht übernommen haben, hat sich die Zahl der Obdachlosen verdoppelt», sagte Steve Turner von der Gewerkschaft Unite, der auch Vizechef der Kampagne ist.

Der staatliche Gesundheitsdienst NHS, der Pflegebereich und die Schulen seien von Krisen geschüttelt. «Wir haben es hier mit einer Regierung zu tun, der die Alltagssorgen der Menschen völlig fremd sind.»

Auch Vertreter der Gelbwesten-Bewegung aus Frankreich nahmen an der Demonstration in London teil. «Alle europäischen Länder sollten sich diesem Kampf gegen die Sparpolitik anschliessen», sagte ein Teilnehmer aus Frankreich der britischen Nachrichtenagentur PA.

Wieder Randale in Paris

Mehr als 30 000 Anhänger der sogenannten Gelbwesten-Bewegung haben das neunte Wochenende in Serie gegen die französische Regierungspolitik demonstriert. Allein 8000 versammelten sich in Paris für den Protestmarsch über den Champs-Élysées, wie die Polizei mitteilte. In der Nähe des Arc de Triomphe kam es vereinzelt zu Auseinandersetzungen zwischen Beamten und Demonstranten, die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein. Die Polizeipräfektur sprach von etwa 100 Festnahmen.

Auch in anderen französischen Städten gingen Vertreter der Gelbwesten-Bewegung auf die Strasse. Im südfranzösischen Nîmes lieferten sich Demonstranten und Polizei ebenfalls Auseinandersetzungen. Mit Metallschilden ausgerüstete Demonstranten stiessen im Stadtzentrum in Richtung der Polizisten vor, diese antworteten mit Tränengas. In Bourges nahmen nach Angaben der örtlichen Präfektur bis zum Nachmittag etwa 5000 Menschen an den Protesten teil.

Sie verliefen zunächst überwiegend friedlich. Die Stadt im Zentrum Frankreichs stand unter besonderer Beobachtung der Sicherheitsbehörden, nachdem es dort Online-Aufrufe zu Massenprotesten gegeben hatte. Die Bewegung scheint auch weiterhin viele Menschen mobilisieren zu können - trotz Zugeständnissen der Regierung (sda)

Erstellt: 12.01.2019, 19:49 Uhr

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