Autobombe reisst in Bogotá 21 Menschen in den Tod

In Kolumbien brachte ein Attentäter in einer Polizeiakademie eine Bombe zur Detonation. Die Spur scheint zu einer linken Guerillaorganisation zu führen.

Als ein Spürhund bei der Kontrolle anschlug, gab der Fahrer gemäss der Generalstaatsanwaltschaft Gas und fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf das Gelände: Militärs und Feuerwehr vor Ort in Bogotá. (17. Januar 2019)

Als ein Spürhund bei der Kontrolle anschlug, gab der Fahrer gemäss der Generalstaatsanwaltschaft Gas und fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf das Gelände: Militärs und Feuerwehr vor Ort in Bogotá. (17. Januar 2019)

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Bei einem Bombenanschlag auf eine Polizeiakademie in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá sind mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen. Dutzende Personen wurden zudem verletzt, als auf dem Gelände der Polizeischule General Santander im Süden der Millionenmetropole eine Autobombe detonierte. Dies teilte die kolumbianische Polizei am Freitag mit. Zuvor war man von neun Todesopfern ausgegangen.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft des Landes steuerte der Täter am Donnerstag sein Auto durch den Haupteingang der Akademie. Als ein Spürhund bei der Kontrolle anschlug, gab der Fahrer Gas und fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf das Gelände. Dort explodierte das Auto. Mehrere Gebäude wurden beschädigt, das Fahrzeug brannte aus.

Unklare Urheberschaft

Die Ermittler identifizierten den Täter, der bei dem Anschlag ums Leben kam, als Mitglied der linken Guerillaorganisation ELN. Der Mann haben unter dem Kampfnamen «Mocho Kico» 17 Jahre lang als Sprengstoffexperte in den Reihen der Rebellen im Osten des Landes gedient, berichtete der Fernsehsender Caracol unter Berufung auf die Generalstaatsanwaltschaft. Ob der Angriff allerdings von der ELN angeordnet wurde, war unklar. Die Führung der Rebellen äusserte sich zunächst nicht.

Ersten Ermittlungen zufolge war der Geländewagen mit 80 Kilogramm des potenten Sprengstoffs Pentolite beladen, wie Generalstaatsanwalt Néstor Humberto Martínez sagte. Dieser Sprengstoff wird sowohl für militärische als auch für zivile Zwecke benutzt.

Kolumbien litt jahrzehntelang unter einem bewaffneten Konflikt zwischen den Streitkräften, linken Guerillagruppen und rechten Paramilitärs. Rebellengruppen und das Medellín-Kartell von Drogenboss Pablo Escobar verübten vor allem in den 1980er Jahren immer wieder schwere Sprengstoffanschläge in der Hauptstadt Bogotá.

Starke Worte

Zuletzt hatte sich die Sicherheitslage in dem südamerikanischen Land aber deutlich gebessert. Die grösste Rebellenorganisation Farc hat mittlerweile einen Friedensvertrag mit der Regierung abgeschlossen und die Waffen niederlegt. Allerdings kämpft die kleinere Guerillagruppe ELN noch immer gegen den Staat. Auch Verbrechersyndikate, die in Drogenschmuggel verwickelt sind, liefern sich immer wieder blutige Auseinandersetzungen mit Polizei und Streitkräften.

«Dieser Anschlag wird nicht ungesühnt bleiben. Wir Kolumbianer haben uns nie dem Terrorismus unterworfen», sagte Präsident Iván Duque am Tatort. «Ich rufe alle Kolumbianer dazu auf, sich gegen die Gewalttätigen zusammenzutun: Wir weichen nicht einen Schritt zurück vor jenen, die die Gesellschaft angreifen.»

Unter den Todesopfern war auch eine Polizeischülerin aus dem Nachbarland Ecuador. «Die Verantwortlichen für dieses Verbrechen sollen dafür bezahlen, dass sie einfache und unschuldige Familien in Trauer gestürzt haben», schrieb der ecuadorianische Präsident Lenín Moreno auf Twitter. «Wir stehen bei unseren Bruderstaaten im Kampf gegen Terrorismus und jede Form der Gewalt.»

Farc äussert Bedauern

Auch Vertreter der früheren Farc-Rebellen, die mittlerweile als politische Partei für ihre Ziele eintreten, verurteilten den Bombenanschlag. «Das Attentat auf die Polizeischule General Santander ist sehr bedauerlich. Solidarität mit den Familien der Opfer», schrieb Farc-Senatorin Victoria Sandino auf Twitter. «Wir müssen uns fragen, wer von solchen Aktionen profitiert und welche Ziele sie verfolgen.»

(red/sda)

Erstellt: 18.01.2019, 06:23 Uhr

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