Acht Ziele für eine bessere Welt

Ab heute zieht in New York ein Uno-Sondergipfel eine Zwischenbilanz zu den Millenniumszielen. Doch um was geht es genau bei den ehrgeizigen Massnahmen, die vor 10 Jahren beschlossen wurden?

Legte den Grundstein zu den Millenniumszielen: Der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan.

Legte den Grundstein zu den Millenniumszielen: Der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan. Bild: Keystone

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Im Jahr 2000 haben Staats- und Regierungschefs aus aller Welt auf dem Millenniumsgipfel der UNO eine Reihe ehrgeiziger Ziele für die Entwicklung der armen Länder beschlossen, die bis zum Jahr 2015 umgesetzt werden sollen. Die Einberufung des Millenniums-Gipfels hatte der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan bereits 1997 in seinem Bericht «Erneuerung der Vereinten Nationen: Ein Reformprogramm» angeregt.

Von Montag an zieht ein Sondergipfel der UNO in New York eine Zwischenbilanz. Es folgt ein Überblick über die acht Ziele und den bisherigen Stand ihrer Umsetzung. Armut und Hunger: Die Zahl der extrem armen Menschen, die von weniger als 1,25 Dollar (ca. 1,25 Franken) am Tag leben, soll bis 2015 halbiert werden, ebenso die Zahl der Hungernden.

Die Umsetzung dieser Ziele ist zweifelhaft. Etwa 1,4 Milliarden Menschen weltweit sind immer noch extrem arm, 2010 wird ihre Zahl wegen der globalen Wirtschaftskrise vermutlich sogar um 64 Millionen steigen. 830 Millionen Menschen leiden immer noch Hunger.

Die acht Ziele

  • Ziel 1: Bekämpfung von extremer Armut und extremem Hunger: Die extreme Armut auf der Welt soll bis 2015 halbiert werden. Als extrem arm gilt, wer weniger als den Gegenwert von 1,25 US-Dollar pro Tag zum Leben zur Verfügung hat.
  • Ziel 2: Verbesserung der Bildungschancen: Alle Kinder sollen im Jahr 2015 die Möglichkeit haben, eine grundlegende Schulausbildung («Primarschulbildung für alle») zu absolvieren. Die Zahl der ausgebildeten Kinder hat sich offiziellen Angaben zufolge bereits leicht von 86 auf 89 Prozent gebessert.
  • Ziel 3: Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frauen: Alle Länder sind aufgefordert, die Gleichstellung der Frau voranzutreiben. Ein besonderes Augenmerk ist auf die Bildung zu legen. Mädchen sollen die gleichen Chancen bekommen wie Jungen.
  • Ziel 4: Senkung der Kindersterblichkeit: Alle drei Sekunden stirbt auf der Welt ein Kind. Die Todesursache ist oft eine vermeidbare Krankheit, die durch mangelhaften Impfschutz, verschmutztes Wasser oder unhygienische Lebensbedingungen hervorgerufen wird.
  • Ziel 5: Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Mütter: In den Entwicklungsländern stirbt UN-Angaben zufolge eine von 48 Frauen bei der Entbindung. Ein Grund ist auch, dass Mädchen dort oft schon im Alter von 12 bis 14 Jahren verheiratet werden.
  • Ziel 6: Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen Krankheiten: Allein Malaria tötet in Subsahara-Afrika alle 30 Sekunden ein Kind. Ziel ist es deshalb unter anderem, mehr Krankenhäuser zu bauen und genügend Ärzte vorzuhalten. Auch sollen beispielsweise die Lebensbedingungen von den geschätzt 100 Millionen in Slums lebenden Menschen deutlich verbessert werden.
  • Ziel 7: Ökologische Nachhaltigkeit: Parallel zur Stärkung der Wirtschaftskraft soll die Umwelt nicht aus dem Blick geraten.
  • Ziel 8: Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung: Die Industrieländer sollen unter anderem Produkten aus armen Ländern freien Marktzutritt gewähren.

Bilanz im Jahr 2015

Die Ziele 1 bis 7 nehmen die Entwicklungsländer in die Pflicht: Sie müssen ihre finanziellen Mittel für die Armen einsetzen, die Korruption bekämpfen, Gleichberechtigung und demokratische Prozesse fördern. Ziel 8 verpflichtet die Industrieländer dazu, ihre wirtschaftliche Machtstellung für eine Gleichberechtigung aller Länder zu gebrauchen.

Damit die Ziele auch überprüft werden könne, wurde 1990 als Basisjahr festgelegt. Das Zieljahr ist 2015. Knapp 50 Indikatoren stehen zur Verfügung, um Erfolge - oder Misserfolge - sichtbar zu machen. (mrs/dapd)

Erstellt: 20.09.2010, 08:11 Uhr

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