Äusserst seltene Ehre für US-Soldat Byers

Barack Obama zeichnete den Navy-Soldaten Edward Byers aus. Dass eine lebende Person ausgezeichnet wird, kam seit dem Vietnamkrieg nicht mehr vor.

Hat sich selbst in Lebensgefahr gebracht, um eine Geisel zu schützen: Edward Byers.

Hat sich selbst in Lebensgefahr gebracht, um eine Geisel zu schützen: Edward Byers. Bild: Carolyn Kaster/Keystone

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«Wir können friedlicher in unseren Betten schlafen, weil Patrioten wie dieser Mann dem Ruf unserer Nation folgen und unsere Art zu leben verteidigen.» Mit diesen Worten beginnt US-Präsident Barack Obama seine Rede an Edward Byers. Der 36-jährige Soldat wurde am Montag im Weissen Haus für seinen selbstlosen Einsatz in Afghanistan geehrt. Es ist das erste Mal seit dem Vietnamkrieg, dass ein aktives Mitglied der US Navy eine Medal of Honor erhält.

Zwar erhielten mit Michael Monsoor (2008) und Michael Murphy (2007) weitere Navy-Soldaten die Auszeichnung für selbstlose Taten in Afghanistan. Doch sie beide wurden bei ihren Einsätzen getötet. Bisher lebten nur elf Soldaten noch, die eine Medaille für Leistungen in Afghanistan erhalten haben.

«Wir schlafen friedlicher in unseren Betten»: US-Präsident Barack Obama ehrt Edward Byers.

Byers starrte bei der Medaillenvergabe am Publikum vorbei. Zwei-, dreimal blinzelte er. Dann legte ihm Obama das hellblaue Band um den Hals. In dem wohl bedeutendsten Moment seines Lebens zeigte der junge Amerikaner keine Regung, keine Emotion.

Obama lobte ihn in höchsten Tönen. Die feierliche Zeremonie gebe die Möglichkeit, auf jene mutigen Kämpfer aufmerksam zu machen, die meistens im Schatten blieben. «Er hat eine Seele, einen Geist, der voller Mitgefühl, Aufopferungsbereitschaft und Ausdauer ist», sagte der US-Präsident. Sein Klatschen war der Beginn eines tosenden Applauses. Im Publikum standen auch 50 Angehörige von Byers. Neben seiner Mutter und seinen Geschwistern waren nämlich auch zahlreiche Cousins aus dem ganzen Land angereist.

Während er den Arzt vor Kugeln schützte, kämpfte er gegen die Terroristen

Edward Byers ist seit 2011 für die US Navy im Irak und in Afghanistan im Einsatz. 2012 war er an der Befreiung des entführten Arztes Dilip Joseph beteiligt. Joseph wurde mit seinem Übersetzer und dem Fahrer von Terroristen gefangen genommen.

Edward Byers im Dienst in Afghanistan.

Bei dem Einsatz stürmte Byers' Einheit das Gebäude, wo sich die Kriminellen mit den drei Geiseln verschanzt hatten. Als Byers den Raum der Terroristen erreichte, warf er sich auf die Geisel, um sie vor Schüssen zu schützen. Gleichzeitig zielte er auf die Terroristen. Bei der Aktion wurde Nicolas Checque, ein anderer Soldat der Einheit, getötet. Auch er wurde an der Zeremonie am Montag geehrt.

In einem von der Navy veröffentlichten Video zeigt sich Byers bescheiden: «Meine Tochter hat fünf Kosenamen für mich. Doch ‹Held› ist sicher keiner davon.»

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 01.03.2016, 10:47 Uhr

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