Angelina Jolie kritisiert «gelähmten» Sicherheitsrat

Die UNO-Sondergesandte für Flüchtlingsfragen, Hollywood-Star Angelina Jolie, sprach in New York zu den Weltmächten. Sie prangerte vor allem die Unentschlossenheit im Syrienkonflikt an.

Wünscht sich vom UNO-Sicherheitsrat eine politische Lösung für Syrien: Angelina Jolie spricht in New York. (Video: Youtube/CNN)


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Angelina Jolie hat die Weltmächte zur Hilfe der Millionen syrischen Flüchtlinge aufgerufen. Die US-Schauspielerin kritisierte den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am Freitag scharf dafür, dass er wegen unterschiedlicher Standpunkte seiner Mitglieder gelähmt angesichts des seit vier Jahren andauernden Konflikts in dem Bürgerkriegsland sei.

«Wir können nicht auf Syrien schauen, und auf das Böse, das aus der Asche der Unentschlossenheit entstanden ist, und denken, dass dies nicht der schwächste Punkt des Unvermögens der Welt ist, die Unschuldigen zu schützen und zu verteidigen», sagte Jolie. Sie forderte einen politischen Willen zu handeln, um den fast vier Millionen vor dem Konflikt geflohenen Syrern zu helfen. Dafür wünsche sie sich, dass sich die Aussenminister der 15 derzeitigen Ratsmitgliedern zusammensetzten und eine politische Lösung fänden, sagte Jolie.

Friedensgespräche in Genf

Die 39-Jährige informierte den Rat in ihrer Rolle als Sondergesandte für Flüchtlingsfragen, während sich das oberste UNO-Gremium am Freitag mit mehreren Briefings darauf vorbereitete, Einzelheiten eines neuen Plans für Friedensgespräche in Syrien zu hören. Diese sollen Anfang Mai in Genf beginnen – mit dem syrischen Verbündeten Iran als eine der eingeladenen Nationen.

Angelina Jolie hat nach den tödlichen Schiffsunglücken im Mittelmeer auch die europäische Flüchtlingspolitik kritisiert. «Es ist widerlich, tausende Flüchtlinge an der Türschwelle des reichsten Kontinents der Welt ertrinken zu sehen», sagte Jolie am Freitag bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York. «Niemand riskiert auf diese Art das Leben seiner Kinder, ausser in höchster Verzweiflung.»

Der Schauspielstar engagiert sich seit Jahren für Flüchtlinge in aller Welt. Nach eigenen Angaben reiste sie seit dem Ausbruch der Krise 2011 bereits elfmal nach Syrien, um dort Geflohene zu treffen.

Jolie ist nicht die erste, die den Weltsicherheitsrat für sein Vorgehen in der Syrien-Krise an den Pranger stellt. Grund der Kritik ist, dass Russland, ein wichtiger Verbündeter Syriens, sowie China mehrmals Veto gegen Resolutionen eingelegt haben. (chk/AP/AFP)

Erstellt: 25.04.2015, 04:18 Uhr

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