Botschafter: Trump kündigte Atomabkommen wegen Obama

Erneut sind geheime Einschätzungen des am Mittwoch zurückgetretenen Briten Kim Darroch zum US-Präsidenten an die Öffentlichkeit gelangt.

Weitere Einschätzungen des ehemaligen britischen Botschafters zum US-Präsidenten gelangen an die Öffentlichkeit: Donald Trump auf dem Weg zur Air Force One. (12. Juli 2019)

Weitere Einschätzungen des ehemaligen britischen Botschafters zum US-Präsidenten gelangen an die Öffentlichkeit: Donald Trump auf dem Weg zur Air Force One. (12. Juli 2019) Bild: Mangel Ngan/AFP

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Wie die britische Zeitung «Mail on Sunday» am Samstag berichtete, zog sich Donald Trump nach Einschätzung des damaligen britischen Botschafters Kim Darroch im Mai 2018 aus dem Atomabkommen mit dem Iran zurück, weil dieses mit seinem Vorgänger Barack Obama in Verbindung gebracht wurde.

Kim Darroch war am Mittwoch zurückgetreten, nachdem interne Vermerke veröffentlicht worden waren, in denen er US-Präsident Donald Trump als «inkompetent» und «unsicher» charakterisiert hatte. Der Vorfall hatte die Beziehungen zwischen den USA und Grossbritannien belastet.

Uneinigkeit in Trumps Team

Die US-Regierung «setzt auf einen Akt des diplomatischen Vandalismus, anscheinend aus ideologischen und persönlichen Gründen - es war Obamas Deal», schrieb Darroch in einem diplomatischen Bericht im Mai 2018, der nun von der «Mail of Sunday» veröffentlicht wurde. Damals war der damalige britische Aussenminister Boris Johnson nach Washington gereist, um Trump davon zu überzeugen, nicht aus dem Atomabkommen auszusteigen.

In seinem Bericht erklärte Darroch im Anschluss, in Trumps Team herrsche Uneinigkeit über die Entscheidung. Er kritisierte zudem, das Weisse Haus habe keine langfristige Strategie für die Zeit nach dem Ausstieg. Es gebe keine «Strategie für den ‹Tag danach›», schrieb Darroch. Zudem scheine es keinen Plan zu geben, sich an die Partner und Verbündeten in Europa oder der Region zu wenden.

Botschafter: Pompeo wollte Trump umstimmen

US-Aussenminister Mike Pompeo habe sich während der Gespräche mit Johnson von Trump «subtil distanziert», indem er durchgehend von der «Entscheidung des Präsidenten» gesprochen habe. Pompeo habe angedeutet, er habe erfolglos versucht, Trump umzustimmen.

Trump hatte im Mai 2018 das internationale Atomabkommen mit dem Iran einseitig aufgekündigt und neue Finanz- und Handelsbeschränkungen gegen Teheran verhängt. Ein Jahr später kündigte die iranische Regierung den schrittweisen Rückzug aus dem Abkommen an. Anfang Juli überschritt der Iran erstmals die zulässige Menge angereicherten Urans. Am Montag verstiess er zudem gegen die Begrenzung des Anreicherungsgrads. (roy/SDA)

Erstellt: 14.07.2019, 07:13 Uhr

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