«Das alte Weib ist stur wie ein Maulesel»

Er hatte ein offenes Mikrofon übersehen: Der Präsident von Uruguay, José Mujica, zieht öffentlich über seine argentinische Amtskollegin Cristina Fernandez de Kirchner her – und verursacht einen kleinen Eklat.

Gegen aussen waren sie immer enge Freunde: José Mujica und Cristina Fernandez de Kirchner. (Archivbild)

Gegen aussen waren sie immer enge Freunde: José Mujica und Cristina Fernandez de Kirchner. (Archivbild) Bild: Reuters

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Nach aussen hin waren sie immer enge Freunde und Verbündete. Doch nun hat sich der Präsident von Uruguay, José Mujica, äusserst unflätig über seine argentinische Kollegin Cristina Fernandez de Kirchner geäussert und einen kleinen Eklat verursacht.

Mujica hatte offenbar ein angeschaltetes Mikrofon nicht bemerkt, als er Fernandez de Kirchner als «altes Weib» bezeichnete. Sie sei schlimmer als ihr «einäugiger» verstorbener Mann Nestor Kirchner. «Der einäugige Typ hatte mehr politischen Verstand. Die hier ist einfach stur wie ein Maulesel.»

Viele Bürger genossen Fauxpas

Während die Regierungen beider Länder versuchten, die diplomatischen Folgen zu begrenzen, genossen viele Bürger beider Länder den Fauxpas sichtlich. Dieser wurde am Freitag ausführlich im Radio, im Internet, in Karikaturen und in Tausenden Kommentaren auf sozialen Netzwerken diskutiert.

Der 77-jährige Mujica war früher ein linker Guerillakämpfer und Blumenfarmer. Er ist dafür bekannt, spontan zu reden. Die stets adrett gekleidete, 60-jährige Fernandez ist von Hause aus Anwältin und Immobilienmaklerin. Beide gelten somit als extrem gegensätzlich.

Beide Länder bleiben Verbündete

Der argentinische Aussenminister Hector Timerman legte förmlichen Protest beim Botschafter von Uruguay ein und nannte die Äusserungen inakzeptabel und verunglimpfend, «vor allem von jemandem, den Dr. Kirchner als Freund betrachtet hatte».

Mujica sah dennoch keinen Anlass für eine Entschuldigung. «In der Öffentlichkeit habe ich nie über Argentinien geredet», sagte er. Beide Länder blieben in jedem Fall enge Verbündete. Niemand könne die gemeinsame Geschichte zerstören. (chk/sda)

Erstellt: 06.04.2013, 04:46 Uhr

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